Kohlrabi

Kohlrabi

  • Brassica oleracea convar. caulorapa var.gongylodes - Kreuzblütler
  • Aussaat für Pflanzung im Gewächshaus: ab Anfang Jänner
  • Aussaat für Pflanzung unter Folie: ab Anfang Februar
  • Aussaat im Freiland: ab Anfang April bis Mitte Juli
  • Ernte Ende April bis Ende Oktober
  • Kulturdauer: Frühsorten 12-20, Spätsorten 16-32 Wochen
  • Pflanzabstand: Frühsorten 25 x 30 cm, Spätsorten 40 x 50 cm
  • Ertrag: 2-5 kg/m2
  • Fremdbefruchtung
  • Samen mindestens 6 Jahre keimfähig

Kohlrabi zählen zu den leicht zu kultivierenden „Einsteigerpflanzen" für Neogärtnerinnen. Sie sind ein rasch wachsendes Frühlingsgemüse oder kön­nen auf Beeten, die im Sommer beerntet werden, als zweite Frucht gesetzt werden. Der uns heute vertraute Kohlrabi mit wenigen und relativ kleinen Blättern und sehr zartem Fleisch wurde aus den ursprünglicheren Strunkkohlrabis entwickelt. Da zwischen gibt es noch Übergangsformen, die sehr große Knollen ausbilden und bis März lagerfähig sind. Frühkohlrabi ist bereits 8-12 Wochen nach der Pflanzung erntereif.

Anbau

Kohlrabi hat ähnliche Bodenansprüche wie ^ Kopfkohl. Für einen Anbau im Gewächshaus ab Anfang Jänner säen und ab Februar pflanzen. Unter Vlies kann ab Anfang März gepflanzt werden. Lagerkohlrabi für die Spätherbsternte wird bis Anfang Juli gesät und bis Anfang August gepflanzt, Sorten mit kurzer Entwick­ lungsdauer auch noch später. Kohlrabi verträgt auch etwas Schatten.

Jungpflanzenanzucht

Empfohlene Keimtemperatur 16-20 °C, danach küh­ler stellen, jedoch nicht unter 12 °C, da bei zu kühlen Anzuchttemperaturen die Pflanzen keine Knolle aus­ bilden. Nach ca. einer Woche pikieren und die Pflan­zen für den frühen Anbau abhärten (die Jungpflanzen zunächst nur untertags ins Freie stellen). Auch wer Jungpflanzen für den frühen Anbau kauft, muss darauf achten, dass diese abgehärtet sind.

Auspflanzen

Pflanzabstände für Früh- und Sommersorten ca. 25 x 30 cm, für Riesen-Kohlrabi ca. 40 x 50 cm. Nicht zu tief (nicht tiefer als in der Vorkultur) auspflanzen. Ein zu tiefes Setzen führt zu Wachstumsstockungen.

Temperaturansprüche

Kohlgewächse gedeihen im gemäßigten Klima sehr gut. Weiß- und Rotkraut gedeihen in den Hanglagen der Mittelgebirge (550-1200 m) und kühleren Regio­nen besonders gut. Die kühlen, taubringenden Nächte üben auf seine Entwicklung einen sehr günstigen Ein­fluss aus. Zudem wachsen die Pflanzen nicht so rasch und bilden feinere und zartere Blätter aus, was vor allem für Sauerkraut sehr wichtig ist. Der lockere Wir­sing hat auch in vielen Mittelmeerländern eine lange Anbautradition und ist hier ein typisches Herbst- und Wintergemüse.

Düngung und Wasserbedarf

Boden ausreichend düngen, Kohlrabi zählt zu den Mittelzehrern und braucht über die Kulturdauer eine gleichmäßige Nährstoffversorgung. Wasser- oder Nährstoff mangel führt zu Wachstumsstockungen und holzigen Knollen. Die rasch wachsenden Knollen brau­ chen schnell verfügbare Nährstoffe. 6 Wochen nach dem Pflanzen mit einer Pflanzenjauche düngen. Bei trockenem Wetter ausreichend gießen. Sonst Vorsicht beim Wässern, bei zu starker Bewässerung platzen die Knollen.

Pflege

Boden regelmäßig hacken, idealerweise mulchen.

Fruchtfolge und Mischkultur

Da Kohlrabi über lange Zeit gesetzt werden kann, kön­ nen immer wieder frei gewordene Erntelücken mit Kohlrabi bepflanzt werden. Wer nur rasch wachsen­ de Kohlrabisorten pflanzt, kann aufgrund der kurzen Kulturdauer mit der empfohlenen Anbaupause von 4 Jahren bei Kreuzblütlern etwas großzügiger umge­ hen (außer, es haben sich Krankheiten eingeschlichen). Kohlrabi selbst hat nur einen geringen Vorfruchtwert, da fast die gesamte oberirdische Pflanzenmasse abge­ erntet wird. Aufgrund des geringen Platzbedarfs kann Kohlrabi mit vielen anderen Kulturen in reihenweiser Mischkultur kombiniert werden. Kohlrabi bewährt sich dabei insbesondere als „Raumausnützungspflanze" zwischen Kulturen, die anfangs langsam wachsen und dann nach der Kohlrabiernte dessen Wuchsraum zur Verfügung haben. Bewährt haben sich: Mischkultur mit Salat, Puffbohne, Gartenmelde, Gurke, Lauch, Rote Rübe, Sellerie.

Pflanzengesundheit

Kohlgewächse sind einem großen Krankheits- und Schädlingsdruck ausgesetzt. Wer die empfohlenen Anbaupausen einhält, die Pflanzen nicht mit frischem Mist düngt und gesundes Saatgut verwendet, wird allerdings kaum Probleme mit Pflanzenkrankheiten haben.

Ein Kulturschutznetz oder geeignete Nach­barpflanzen halten viele Schädlinge ab: Da sowohl Paradeiser als auch Kopfkohle Starkzehrer sind und Paradeiser Schädlinge von den Krautpflanzen abhalten, ist dies eine ideale Mischkultur (sofern nicht mit Kul­turschutznetzen gearbeitet wird). Randbepflanzungen mit Lavendel halten Schädlinge ab, etwa zwischen die Reihen gesetzte Ysop-, Blattsellerie- und Borretsch­pflanzen. Die ausgegeizten Triebe der Paradeiser halten, als Mulch aufgebracht, ebenfalls Schädlinge ab.

Eine samenbürtige Pilzkrankheit ist der Erreger der sogenannten „Umfallkrankheit" (Phoma Un­ garn}. Bereits die jungen Pflanzen können absterben, aber auch ein späterer Befall ist möglich. Bei engen Fruchtfolgen kann Kohlhernie auftreten; sie wird von einem Schleimpilz verursacht, der das Wurzelsystem zu Wucherungen anregt. Je früher die Infektion erfolgt, desto größer ist der Schaden. Vorbeugung: kalken (bei einem pH-Wert über 7 hat der Pilz keine Chance). Wenn Kohlhernie aufgetreten ist, sollte eine Anbaupause von 7 Jahren eingehalten werden.

Relativ häufig tritt die Kohlfliege [Delia radicum) auf. Sie ähnelt der Stubenfliege und legt ihre Eier an den Wurzelhals der Jungpflanzen, wenige Tage darauf schlüpfen die Maden, die in kurzer Zeit das Wurzel­ system so schädigen, dass die Pflanzen welken und absterben. Vorbeugung: keinen frischen Mist aus- bringen, Fruchtfolge einhalten, Jungpflanzen, die im Freien stehen, und ausgepflanzte Jungpflanzen unter ein dichtes Kulturschutznetz (Maschenweite < 2 mm) setzen, für ein rasches Anwachsen der Pflanzen sorgen (wenn nötig beregnen).

An allen Kohlgewächsen können Erdflöhe massive Schäden anrichten. Die Schäden sind im Mai und bei trockenem Wetter (hier kann es zu einem Massenbefall kommen) am größten. Die 1,5-3 mm kleinen und glän­zenden Tiere sind keine echten Flöhe, sondern Käfer, sie fressen rundliche Löcher in die Blätter. Die Jungkäfer können zudem Krankheiten übertragen. Vorbeugend: für ein schnelles Wachstum sorgen, die Beete gut lockern, die Pflanzen feucht halten und idealerweise mit Kulturschutznetzen abdecken (Maschenweite bis 0,8 mm). Direkte Behandlung: Pyrethin-Präparate (mit Zusatz von Kaliseife). Allerdings kann es sein, dass rasch neue Erdflöhe zufliegen.

Starke Fraßsehäden können der Kleine Kohlweißling (Pieris ropac) und der Große Kohlweißling {Pi er is brassicae) anrichten. Vorbeugend: Nützlinge (Schlupf­wespen) fördern durch Hecken und Raine, rechtzeitig (= bereits im Mai) Kulturschutznetz (Maschenweite bis 5 mm) aufbringen und gut befestigen. Behandlung mit biologischen Pflanzenschutzmitteln auf der Basis von Bacillus-thuringiensis-Präparaten (gemischt mit 1-prozentiger Zuckergabe). Auch alle anderen Schäd­ linge lassen sich durch ein Kulturschutznetz abhal­ ten, wie Kohldrehherzmücke, Kohlmotte, Kohleule(Hauptschaden ab August/September). Aber auch wenn ein Kulturschutznetz verwendet wird, muss mindestens einmal wöchentlich kontrolliert werden, da die Eier der Schädlinge bereits an den Jungpflanzen abgelegt wor­den sein können oder die Kulturschutznetze undicht sein können. Raupen händisch absammeln. Vorbeu­ gend gegen die Kohldrehherzmücke: keine Pflanzung zwischen Juni und Mitte Juli.

Ernte und Lagerung

Auch die zarten Blätter des Kohlrabis sind essbar. Sie können wie Spinat zubereitet oder geschnitten unter einen Blattsalat gemengt werden. Am besten ist Kohl­ rabi frisch aus dem Garten. Wer Frühsorten dennoch lagern will: das Laub abdrehen (mit Laub ist die Knolle kürzer haltbar). Die Knolle lässt sich im Kühlschrank 2 Wochen lagern. Typische Lagersorten sind viel länger haltbar: Sie können - je nach Sorte und Lagerbedin­gungen - bis in den März gelagert werden.

Kohlrabi als Balkongemüse

Die frühreifen Sorten können auch in Pflanzgefäßen auf dem Balkon angebaut werden. Im Balkonkistchen kann etwas enger gesetzt werden (einreihig, alle 20 cm).

Sortenvielfalt

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal für den Anbau im Garten ist die Kulturdauer und damit die jahreszeitliche Anbaueignung. Sorten mit kurzer Kulturdauer können auch für die Herbsternte ange­baut werden. Frühsorten brauchen von der Saat bis zur Ernte 12-20 Wochen, Spätsorten/Lagersorten 16-32 Wochen. Unterschieden werden zudem „weiße" Sorten mit blassgrüner Schale und „blaue" Sorten mit blau-violetter Schale. Weiße Sorten (aus der jeweiligen Reifegruppe) sind früher reif als blaue.

Der Urahn des Kohlrabis ist der Strunkkohlrabi. Dieser hat sehr große Knollen (bis zu 35 em hoch und über 15 cm dick), hohes (bis zu 70 cm) und dichtes Laub, das auch als Futter für Nutztiere verwendet werden kann. Strunkkohlrabi wird trotz seiner Größe und lan­gen Kulturdauer nicht holzig.

Sorten

Frühsorten weiß

Der früheste ist der frostwiderstandsfähige .Lanro', gefolgt von .Noriko! Altere bewährte Sorten sind der eher kleine .Wiesmoor Weißer Treib' und der .Wiener Weißer Glas1. Beide dürfen erst nach den ersten Frösten ins Freie und eignen sich fürs Mistbeet.

Frühsorten blau

.Blaro' ist der früheste und frostbeständigste. Die Sor­ ten .Wiener Blauer Glas* und ,Azur Star' erst ab April aussäen. Für den Sommer: .Delikatess Blauer'.

Spätsorten

Der bekannte .Superschmelz' wird selbst bei 4 kg gro­ßen Knollen nicht holzig, ebenso einlagern lassen sich die blauen Sorten .Blauer Speck' (.Goliath'), .Dyna' und .Blaril!

Strunkkohlrabi

Erhaltene, alte, bewährte Strunkkohlrabis sind die Sor­ten .Böhmischer Strunk' oder .Strynka'.


Kopfkohl, Weißkraut, Rotkraut und Wirsing

Kopfkohl, Weißkraut, Rotkraut und Wirsing

Alle

  • Starkzehrer
  • bei vielen Schädlingen sehr beliebt, daher relativ hoher Pflanzenschutzaufwand,
  • ideal: Anbau unter Netzen > Fremdbefruchtung
  • Samen mindestens 6 Jahre keimfähig

Weißkraut

  • Brassica oleracea ssp. oleracea convar.capitata var. capitata aIba - Kreuzblütler
  • Vorkultur: Frühsorten Ende Jänner bis Anfang Juli, Lagerkraut Ende März bis Anfang April
  • Direktsaat: Frühsorten ab März bis Mai, Lagerkraut April
  • Ernte nach 10-20 Wochen
  • Ertrag: Frühkraut 2,5 kg/m2, Lagerkraut bis 7 kg/m2

Rotkraut

  • var.rubra
  • Vorkultur: Frühsorten Februar bis Anfang Juni, Lagerkraut Ende März bis Anfang April > Direktsaat ab April/Mai
  • Ernte nach 14-21 Wochen
  • Ertrag: Frühkraut 2,5 kg/m2, bis 4 kg/m2

Wirsing

  • var.sabauda
  • Vorkultur Februar bis Ende Mai
  • Direktsaat ab April
  • Vorkultur Winterwirsing: Juni
  • Auspflanzen Winterwirsing: Juni/Juli
  • Ernte nach 8-20 Wochen (frostharte Sorten auch im Winter)
  • Wintersorten überstehen bis -15 °C
  • Ertrag: Frühkraut 2,5, bis 4 kg/m2

Kopfkohl und andere Kohlgemüse spielen im Selbst­ versorgergarten tragende Rollen. Kraut und Rüben waren und sind als Sauerkraut oder Rübenkraut das Wintergemüse schlechthin und damit der wichtigste Vitamin-C-Lieferant über den Winter. Die Hitzeflücht­linge gedeihen vor allem in Regionen sehr gut, die im Sommer nicht zu heiß sind, in Mittelgebirgslagen fühlen sie sich daher besonders wohl. Viele Sorten werden sehr groß und eignen sich eher für den Feldanbau als für den Anbau im Hausgarten. Der krause Wirsing heißt auch Welschkohl, in Österreich einfach nur Kohl und in Ostösterreich „Koch". In Deutschland heißt Weißkraut Weißkohl und Rotkraut Rotkohl. Wer noch keine gute Bodenfruchtbarkeit hat, baut die anspruchsloseren Frühsorten an.

Anbau

Weißkraut, Rotkraut und Wirsing werden zu unter­schiedlichen Zeiten ausgesät, sonst unterscheiden sich Anbau und Ansprüche kaum. Wichtig ist eine Sortenwahl entsprechend dem Anbauzeitpunkt. Frühkraut kann bereits ab Ende Jänner gesät werden und ist dann im Mai/Anfang Juni erntereif. Lagerkraut und Einschneidesorten werden erst Ende März/Anfang April gesät und reifen im Oktober/Anfang November. Sie müssen vor den ersten starken Frösten geerntet werden, die Köpfe selbst dürfen keinen Frostschaden erleiden. Frühkraut bevorzugt mittelschwere, Lagerkraut eher schwere Böden; jedenfalls verlangt Kopfkohl tiefgründige, humose Böden mit einem guten Wasserhaltevermögen. Der Boden muss vor dem Setzen tief gelockert werden. Weißkraut kann sowohl direkt gesät als auch vorgezogen werden. In der Regel ist eine Vor­ kultur für Frühkraut jedenfalls sinnvoll. Winterwirsing wird später gesät und dann im Juni/Juli ausgepflanzt. Er soll etwa faustgroß in den Winter gehen und ist dann im Januar/Februar direkt am Beet beerntbar.

Jungpflanzenanzucht

Erste Aussaat (für Frühkraut) ab Ende Jänner. Die Samen keimen bereits bei 2 °C, optimale Keimtempe­ratur: 20 °C. Die Pflanzen im Keimblattstadium pikieren und kühler stellen (12-14 °C), ab März auspflanzen. Lagersorten und Einschneidesorten werden deutlich später ausgesät: ab Anfang April in Vorkultur oder gleich direkt ins Freiland (Vorkultur ca. 4 Wochen). Vor dem Auspflanzen abhärten. Keinesfalls überständige Jungpflanzen (maximal 4 Laubblätter) setzen, sie nei­ gen zur Schosserbildung.

Auspflanzen

Die Pflanzabstände richten sich nach der Größe der Köpfe, Frühsorten sind in der Regel kleiner, hier reichen Abstände von 50 x 50 cm. Lagersorten und Einschnei­dekraut: Abstände 70 x 70 cm.

Temperaturansprüche

Kohlgewächse gedeihen im gemäßigten Klima sehr gut. Weiß- und Rotkraut gedeihen in den Hanglagen der Mittelgebirge (550-1200 m) und kühleren Regio­nen besonders gut. Die kühlen, taubringenden Nächte üben auf seine Entwicklung einen sehr günstigen Ein­fluss aus. Zudem wachsen die Pflanzen nicht so rasch und bilden feinere und zartere Blätter aus, was vor allem für Sauerkraut sehr wichtig ist. Der lockere Wir­sing hat auch in vielen Mittelmeerländern eine lange Anbautradition und ist hier ein typisches Herbst- und Wintergemüse.

Düngung

Kopfkohle sind die Starkzehrer schlechthin. Vor allem Sorten mit einer langen Reifedauer können große Mengen an Nährstoffen umsetzen und in den Blät­tern speichern. Das Beet vor dem Setzen der Pflanzen gut mit Kompost (3-5 kg/m2) oder mit kompostiertem Mist versorgen. Die Pflanzen einige Wochen nach dem Setzen und bevor die Kopfbildung einsetzt nochmals mit Pflanzenjauche düngen.

Wasserbedarf

Kopfkohle haben einen sehr hohen Wasserbedarf und gedeihen nur bei ausreichender Wasserversorgung gut. Daher sind viele Landsorten auch in Gebieten mit höheren Jahresniederschlägen entstanden. Den größ­ten Wasserbedarf haben die Pflanzen nach Einsetzen der Kopfbildung im Juli und August. Ohne Bewäs­serungsmöglichkeit können Kopfkohle nur auf sehr speicherfähigen Böden angebaut werden. Plötzliche hohe Wassergabe (oder auch Starkregen) nach länge­ren Trockenperioden können ausgebildete Köpfe leicht zum Aufspringen bringen.

Pflege

Wer gesunde Kohlpflanzen ohne größeren Aufwand ernten will, baut die Pflanzen am besten unter einem Kulturschutznetz an. Kopfkohle benötigen einen gut belüfteten Boden, daher regelmäßig den Boden lockern (bis August) und idealerweise mulchen. Vor der Kopfbildung fördert ein Anhäufeln der Pflanzen das Wurzel- und damit das Pflanzenwachstum.

Fruchtfolge und Mischkultur

Fruchtfolge: Alle Kohlgemüse sind Starkzehrer. Gerade im Bio-Landbau ist es ratsam, sie auf einem Beet anzu­ bauen, auf dem vorher eine Winterbegrünung (Hülsen­ früchte pur oder mit Getreide gemischt) gewachsen ist. Kohlgewächse sind dann krankheitsanfällig, wenn der Anteil von Kreuzblütlern in der Fruchtfolge über 30 °/o ausmacht und der Boden einen niedrigen pH-Wert hat. Dann kommt es leicht zu Problemen mit Kohlhernie.

Kohlgewächse dürfen frühestens wieder nach 3 Jahren auf demselben Beet angebaut werden. Sind Krankhei­ ten aufgetreten (die über den Boden in den Folgejahren die Pflanzen infizieren), erst wieder nach 5-6 Jahren. Wer gerne und viel Kohlgemüse im Garten anbaut, wählt keinen Gelbsenf als Gründüngung. Kopfkohle haben einen guten Vorfruchtwert für die nachfolgen­ de Kultur, sie hinterlassen einen gut durchwurzelten Boden. Gute Vorfrüchte für Kopfkohl sind Gemüse aus der Familie der Hülsenfrüchte oder eine Gründüngung.

Pflanzengesundheit

Kohlgewächse sind einem großen Krankheits- und Schädlingsdruck ausgesetzt. Wer die empfohlenen Anbaupausen einhält, die Pflanzen nicht mit frischem Mist düngt und gesundes Saatgut verwendet, wird allerdings kaum Probleme mit Pflanzenkrankheiten haben.

Ein Kulturschutznetz oder geeignete Nach­barpflanzen halten viele Schädlinge ab: Da sowohl Paradeiser als auch Kopfkohle Starkzehrer sind und Paradeiser Schädlinge von den Krautpflanzen abhalten, ist dies eine ideale Mischkultur (sofern nicht mit Kul­turschutznetzen gearbeitet wird). Randbepflanzungen mit Lavendel halten Schädlinge ab, etwa zwischen die Reihen gesetzte Ysop-, Blattsellerie- und Borretsch­pflanzen. Die ausgegeizten Triebe der Paradeiser halten, als Mulch aufgebracht, ebenfalls Schädlinge ab.

Eine samenbürtige Pilzkrankheit ist der Erreger der sogenannten „Umfallkrankheit" (Phoma Un­ garn}. Bereits die jungen Pflanzen können absterben, aber auch ein späterer Befall ist möglich. Bei engen Fruchtfolgen kann Kohlhernie auftreten; sie wird von einem Schleimpilz verursacht, der das Wurzelsystem zu Wucherungen anregt. Je früher die Infektion erfolgt, desto größer ist der Schaden. Vorbeugung: kalken (bei einem pH-Wert über 7 hat der Pilz keine Chance). Wenn Kohlhernie aufgetreten ist, sollte eine Anbaupause von 7 Jahren eingehalten werden.

Relativ häufig tritt die Kohlfliege [Delia radicum) auf. Sie ähnelt der Stubenfliege und legt ihre Eier an den Wurzelhals der Jungpflanzen, wenige Tage darauf schlüpfen die Maden, die in kurzer Zeit das Wurzel­ system so schädigen, dass die Pflanzen welken und absterben. Vorbeugung: keinen frischen Mist aus- bringen, Fruchtfolge einhalten, Jungpflanzen, die im Freien stehen, und ausgepflanzte Jungpflanzen unter ein dichtes Kulturschutznetz (Maschenweite < 2 mm) setzen, für ein rasches Anwachsen der Pflanzen sorgen (wenn nötig beregnen).

An allen Kohlgewächsen können Erdflöhe massive Schäden anrichten. Die Schäden sind im Mai und bei trockenem Wetter (hier kann es zu einem Massenbefall kommen) am größten. Die 1,5-3 mm kleinen und glän­zenden Tiere sind keine echten Flöhe, sondern Käfer, sie fressen rundliche Löcher in die Blätter. Die Jungkäfer können zudem Krankheiten übertragen. Vorbeugend: für ein schnelles Wachstum sorgen, die Beete gut lockern, die Pflanzen feucht halten und idealerweise mit Kulturschutznetzen abdecken (Maschenweite bis 0,8 mm). Direkte Behandlung: Pyrethin-Präparate (mit Zusatz von Kaliseife). Allerdings kann es sein, dass rasch neue Erdflöhe zufliegen.

Starke Fraßsehäden können der Kleine Kohlweißling (Pieris ropac) und der Große Kohlweißling {Pi er is brassicae) anrichten. Vorbeugend: Nützlinge (Schlupf­wespen) fördern durch Hecken und Raine, rechtzeitig (= bereits im Mai) Kulturschutznetz (Maschenweite bis 5 mm) aufbringen und gut befestigen. Behandlung mit biologischen Pflanzenschutzmitteln auf der Basis von Bacillus-thuringiensis-Präparaten (gemischt mit 1-prozentiger Zuckergabe). Auch alle anderen Schäd­ linge lassen sich durch ein Kulturschutznetz abhal­ ten, wie Kohldrehherzmücke, Kohlmotte, Kohleule(Hauptschaden ab August/September). Aber auch wenn ein Kulturschutznetz verwendet wird, muss mindestens einmal wöchentlich kontrolliert werden, da die Eier der Schädlinge bereits an den Jungpflanzen abgelegt wor­den sein können oder die Kulturschutznetze undicht sein können. Raupen händisch absammeln. Vorbeu­ gend gegen die Kohldrehherzmücke: keine Pflanzung zwischen Juni und Mitte Juli.

Ernte und Lagerung

Frühe Kohlsorten müssen, wenn sie erntereif sind, ziemlich rasch geerntet werden, sonst platzen die Köp­ fe auf (vor allem, wenn es in dieser Zeit viel regnet). Die meisten Herbst- und Wintersorten sind robuster und können auch einige Wochen erntereif auf dem Beet bleiben. Rotkraut hat meist eine längere Kulturdauer als Weißkraut und ist nicht so lange lagerfähig wie dieses. Frühe Kohlsorten sind ab Anfang Juni erntereif. Später gepflanzter Kopfkohl reift zwischen Juli und Oktober. Weißkraut für die Verarbeitung zu Sauerkraut wird im September und Oktober geerntet und eingeschnitten.

Kopfkohl, der gelagert werden soll, bleibt am besten so lange wie möglich auf dem Feld und wird erst kurz vor dem ersten Frost geerntet. Dann die Pflanzen samt Strunk aus der Erde ziehen und die Wurzeln grob von Erde befreien (so entstehen keine Verletzungen, und die Köpfe bleiben im Lager leichter gesund). Wenn die Köpfe ohne Strunk gelagert werden, nur einschichtig in Obstkisten legen.

Kopfkohl als Balkongemüse

Kopfkohle eignen sich nicht als Balkongemüse, sehr wohl aber für Hochbeete.

Sortenvielfalt

Bei Weißkraut unterscheidet man Frühkraut, lager­ fähige Sorten und Einschneidesorten (für die Sauer­krautherstellung). Viele ältere Sorten sind sowohl lagerfähig als auch für die Sauerkrautherstellung gut geeignet. Die Kulturdauer von Frühkraut beträgt 50-60 Tage, von Lager- und Einschneidesorten 120Tage. Wei­ tere Unterscheidungskriterien sind die Kopfform, die Ausprägung der Rippen (fein bis grob), die Farbigkeit des Blattes (von hellgrün über türkis nach blau-grün und rot-grün) und der Umstand, ob das Blatt bereift ist oder nicht. Die frühen Rotkrautsorten haben ein weicheres Blatt und sind nicht so dunkel wie spätreife Sorten, deren Blätter zudem stärker bereift sind.

Wirsing hat stark gekrauste Blätter, die äußeren sind dunkler als die inneren, bedeckten Blätter. Viele Namen in verschiedenen Sprachen weisen auf Italien als Ursprungsland des Wirsings hin, so heißt er auf Spanisch „Col de Milan", auf Englisch „Savoy Cabba­ge", im Deutschen ist auch die Bezeichnung „Welsch­ kohl" verbreitet. Die Blätter werden als Suppeneinlage oder Gemüsebeilage genutzt und sind ein geschätztes Herbst- oder Wintergemüse. Wirsing enthält beson­ ders viele Mineralstoffe. Die Blätter eignen sich sehr gut zum Füllen, da sie weicher sind als die Blätter von Weißkraut. Hellblättrige sind milder als dunkelgrüne Kohlsorten. Sommerwirsing heißt auch Butterkohl und hat lockere, leichte Köpfe, Lagerwirsing bildet größere und schwerere Köpfe. Die Wintersorten können Tem­peraturen bis -15 °C im Freien überstehen.


Ampfer

Ampfer

  • Rumex sp.- Knöterichgewächse
  • mehrjährige Gemüsepflanze
  • Direktsaat März bis Juni oder August > Ernte im zeitigen Frühjahr oder bei
  • Rückschnitt über die ganze Gartensaison > einfach zu kultivierendes Blattgemüse
  • Ertrag: 0,5 und 2,5 kg/m2
  • Fremdbefruchtung
  • Samen 2-3 Jahre keimfähig

Ampfer zählen zum ersten frischen Blattgrün im Garten. Auch wenn Ampfer im Vergleich zu Gar­tenspinat weniger ertragreich ist - die fein säuerlichen Blätter sind ein belebendes Frühlings­ gemüse, und Ampferblätter treten in einem er­ staunlich großen Formen- und Farbenspiel in Erscheinung. Alle Ampferarten sind mehrjährig und können meist bereits ab Anfang April, einige Arten bis in den Herbst hineinbeerntet werden. Alle Arten sind im Garten unkompliziert zu kulti­vieren.

Anbau

Aussaat in Reihen oder als Horstsaat von März bis Juni. Alle Arten sind mehrjährig und können im Frühling oder Herbst auch vegetativ vermehrt werden.

Jungpflanzenanzucht

Die Vorkultur von Ampfer ist möglich. Ampferarten sind Lichtkeimer, daher nur schwach mit Erde bedecken.

Auspflanzen

Die kleinwüchsigen Arten Schildampfer, Blutampfer, Gartensauerampfer und Zwergsauerampfer werden auf 25 x 15-30 cm gesetzt; alle anderen Arten in einem Reihenabstand von 30-40 cm aussäen oder pflanzen. Der Gemüseampfer breitet sich im Beet stark aus, hier sind die großen Reihenabstände besonders wichtig. Ampfer lässt sich auch sehr gut treiben. Dazu die Pflanzen ausgraben und in ein Mistbeet oder Früh­beet setzen.

Temperaturansprüche

Ampfer hat geringe Temperaturansprüche und gedeiht in kühleren Regionen und im Berggebiet sehr gut. Im Halbschatten bleiben die Blätter längerzart, allerdings ist im Schatten der Gehalt an Oxalsäure höher, und die Blätter schmecken saurer.

Düngung und Wasserbedarf

Die Nährstoffansprüche von Ampfer sind unterschied­lich. Schildampfer braucht im Gartenboden keine eigene Düngung. Der Rispen-Sauerampfer hat den höchs­ten Nährstoffbedarf (vergleichbar mit Spinat). Bei den Arten, die mehrmals beerntet werden können, fördert eine Gabe verdünnter Pflanzenjauche den Neuaustrieb. Alle Ampferarten bevorzugen feuchte Standorte und wollen bei ausbleibendem Regen regelmäßig gegossen werden.

Pflege

Wer auch später im Jahr frische Blätter ernten will, muss die Pflanzen 3- bis 4-mal im Jahr zurückschnei­den, die Herzblätter dabei stehen lassen. Durch ein Aus­ brechen der Blütentriebe wird der Blattertrag gefördert (nur beim Schildampfer zahlt sich dies nicht aus). Die Beete 2- bis 3-mal jährlich lockern. Die Pflanzen alle 4 Jahre teilen, versetzen und die übrigen Pflanzen z.B. verschenken.

Fruchtfolge und Mischkultur

Nach 3 Jahren auf einen neuen Standort umsetzen.

Pflanzengesundheit

Ampfer ist in der Regel eine gesunde Gartenpflanze. Eine Pilzkrankheit, die auftreten kann, ist die Blatt­ fleckenkrankheit (Cercospora sp.). Schadbild: rund­liche, grau-braune, später schwarz-braune Flecken. Behandlung: Da der Pilz samenbürtig ist, befalle­ ne Pflanzen entfernen und kein Saatgut gewinnen. Auch der Falsche Mehltau und Rostpilze können auftreten. Hier kann ein Standortwechsel Abhilfe schaffen. Als tierische Schädlinge sind der Ampfer-Blatt­käfer (Gastroidea viridula) und verschiedene Blattlaus­ arten zu nennen. Der Ampfer-Blattkäfer ist ein kleiner, goldgrüner Käfer, dessen Larven in kleinen Beständen mit ihrem Lochfraß massive Schäden anrichten kön­ nen. Die Käfer fliegen nur über kurze Strecken, so dass ein Befall sich nicht schnell ausdehnt, dafür kommt es auf kleinen Flächen rasch zu einer Massenvermeh­ rung. Behandlung: Käfer einsammeln, Neem-Präparate spritzen.

Ernte und Lagerung

Die Ernte beginnt, wenn die Pflanzen 4-5 Blätter haben, also 2-3 Monate nach einer Frühjahrsaussaat. In den vollen Ertrag kommen Ampferpflanzen nach 2-3 Jahren, dann hält der Ertrag für 3-4 Jahre an. Wichtig ist, dass die Blätter einzeln gepflückt und nicht mit einem Messer geschnitten werden (dabei werden auch die jungen Herzblätter und damit der Nachwuchs für die nächste Ernte mitgeschnitten). Die zarten Blät­ ter des Ampfers werden am besten frisch verwendet. Die kleinen und festen Blätter des Schildampfers sind am längsten haltbar.

Ampfer als Balkongemüse

Schildampfer und Gemüseampfer können auch gut in Gefäßen kultiviert werden. Bei den großblättrigen Ampferarten ist dies nicht empfehlenswert. Beim Gemüseampfer die Stiele ausbrechen, damit die Kraft in die Blätter geht.

Artenvielfalt

Es gibt einige verschiedene Arten, die sich in der Wuchsform des Blattes, im Geschmack und in der Ernteperiode unterscheiden. Viele Ampferarten sind alte Kulturpflanzen der Gärten oder Wildpflanzen, die bereits seit Jahrhunderten besammelt werden.
Der Römische Sauerampfer oder Schildampfer (/?. scutotus) schmeckt fein säuerlich, hat kleine, pfeilförmige Blätter und kann von April bis November beerntet werden. Der Garten-Sauerampfer (ft rugosus) ist die Kulturform des Sauerampfers, er schmeckt säu­erlich, wird bis zu 1 m hoch, blüht von Mai bis Juni und bevorzugt nährstoffreiche Böden. Der Gemüseampfer oder Ewige Spinat (ft patientia) ist die ertragreichste Ampferart und bildet große Blätter, die nicht säuerlich schmecken und nur im Frühjahr beerntet werden kön­nen. Bei mildem Klima ist auch im Winter eine Ernte möglich. Gemüseampfer wird bis zu 1,5 m hoch und blüht von Juli bis August. Der Rispen-Sauerampfer (ft thyrsiflorus) kommt in Österreich auch wild als Neophyt vor. Auch er schmeckt säuerlich und ist ohne Rückschnitt ganzjährig beerntbar. Der Rispen-Sauer­ ampfer erreicht eine Höhe von bis zu 1 m, allerdings sind die Blätter zarter als die Blätter des Gemüse­ ampfers. Er blüht von Juni bis Juli. Der gewöhnliche Sauerampfer (ft acetosa) kann als Wildgemüse beerntet oder im Garten wie Gemüseamp­ fer kultiviert werden. Der Blutampfer (ft sanguineus) hat wunderschöne, blutrot geaderte Blätter und schmeckt nicht sauer. Die jungen, rohen Blätter sind eine feine und attraktive Salatbeigabe.


Eiskraut/Kristallkraut

Eiskraut/Kristallkraut

  • Mesembryanthemum crystallinum - Eiskrautgewächse
  • wärmebedürftig
  • Aussaat Anfang April bis Mai
  • Blüte Mai bis Oktober
  • Ernte ab Ende Juni und je nach Beerntung bis zur Blüte bzw. bis in den Herbst > Fremdbefruchtung
  • Samen 4-5 Jahre keimfähig
  • Ertrag 0,2-0,4 kg/m2

Zugegeben: Das Eiskraut ist etwas für Freaks und kein Gemüse, das man in Selbstversorgergärten ständig zu Gesicht bekommt - zumal die Pflanze, anders, als ihr Name suggeriert, viel, viel Wärme braucht und sehr frostempfindlich ist. Doch die kristallähnlich ausse­ henden Saftzellen, die ihre Blätter und Stiele überzie­hen, verleihen der Pflanze eine bizarre Blattstruktur, und Eiskraut schmeckt salzig-säuerlich, knackig und erfrischend. Die Pflanzen werden 20-25 cm hoch, die dickfleischigen Blätter des Eiskrauts können 8-14 cm groß werden. Am besten schmeckt Eiskraut fein geschnitten mit anderen Blattsalaten, zum Dippen oder zu Räucherfisch. Ein Anbau im Freiland ist im Weinbauklima möglich, sonst nur im Gewächshaus oder im Topf, jedenfalls in der vollen Sonne. Eiskraut wird ab Anfang April vorgezogen: dazu die Aussaaterde mit etwas Sand mischen, flach aussäen und warm stellen. Die Jungpflanzen sparsam gießen und nicht überstän­ dig werden lassen. Sonst -> Neuseeländerspinat. Die Pflanzen können ab Mitte Mai, in kühleren Regionen ab Ende Mai ausgepflanzt werden. Reihenab­stand 30 cm, in der Reihe 20 cm. Eine Vliesabdeckung in den ersten Wochen fördert das Wachstum. Behut­sam auspflanzen.

Eiskraut ist ein Schwachzehrer, doch bildet es in gut mit Kompost versorgten Böden deutlich mehr Blatt­ masse. Auch die einmalige Gabe einer Pflanzenjauche (z.B. Brennnessel) fördert die Blattbildung. Sparsam gießen. Bei Anbau auf gut wasser­ speichernden (keinesfalls auf nassen) Böden, bildet Eiskraut mehr Blätter. Ab Ende Juni/Anfang Juli kön­nen, ähnlich wie beim Neuseeländerspinat, laufend die Triebspitzen beerntet werden. Die Pflanze bildet keine beerntbaren Blätter mehr, sobald die Blütenbildung einsetzt. Diese lässt sich durch eine regelmäßige, scho­nende Ernte, rundherum an der ganzen Pflanze, recht lange (oft bis in den Herbst) hinauszögern.

 


Neuseeländerspinat

  • Tetragonia tetragonioides - Eiskraut­gewächse
  • Aussaat bei Vorkultur: Ende März/Anfang April
  • Direktsaat ab Mitte bis Ende April
  • lange Keimdauer
  • idealer Sommerspinat
  • laufend beerntbar
  • Selbstbefruchtung
  • Samen 4-5 Jahre keimfähig Ertrag: 0,5-1 kg/m2

Der Neuseeländerspinat wächst auch bei Hitze im Sommer, wenn gerade kein Gartenspinat geerntet werden kann. 2-3 Pflanzen decken den Spinatbe­ darf einer ganzen Familie - eine Pflanze ergibt mindestens 1 kg frischen Spinat. Die Pflanzen sind in ihrer Heimat ausdauernd, bei uns werden sie einjährig kultiviert. Sie verzweigen sich reichlich und wachsen niederliegend oder aufrecht mit bis zu 1 m hohen Sprossen.

Anbau

Neuseeländerspinat kann direkt ins Freiland gesät oder vorgezogen werden. Direktsaat ab Mitte/Ende April, die Keimdauer beträgt 3-4 Wochen, die Säm­ linge erscheinen somit erst nach den Eisheiligen. Eine Vliesabdeckung beschleunigt Keimung und Wachs­ tum. In Regionen mit Spätfrostgefahr nach Mitte Mai entsprechend später aussäen oder vorkultivieren. Die Pflanzen wachsen in den ersten Wochen sehr langsam, breiten sich aber später mächtig aus. Neuseeländer­spinat kann sich in warmen Regionen auch selbst aus­ säen. Die Pflanzen gedeihen im Halbschatten.

Jungpflanzenanzucht und Auspflanzen

Neuseeländerspinat kann ab Ende März/Anfang April in Töpfe gesät und vorgetrieben werden. Das Saatgut 24 Stunden vorquellen. Anschließend bei 24-28 °C warm stellen und gut feucht halten. Entspitzen wäh­ rend der Anzucht fördert die Triebentwicklung. Aus­ pflanzen der gut entwickelten (und abgehärteten) Pflanzen ab Mitte Mai. Pflanzabstand 40 x 40-60 cm.

Temperaturansprüche

Die Pflanzen sind frostempfindlich und gedeihen am besten auf wärmeren Standorten. Bei kühler Witterung stellen sie das Wachstum fast ein.

Düngung und Wasserbedarf

Der Neuseeländerspinat ist ein Schwachzehrer. Wenn die Pflanzen häufig beerntet werden sollen, fördert eine Gabe Brennnesseljauche jeweils nach dem Schnitt den neuen Durchtrieb. Als ehemalige Küstenpflanze ist Neuseeländerspinat dankbar für eine hohe Luft­ feuchtigkeit, daher gedeiht er in Gewächshäusern und in Regionen mit feuchter Luft besonders gut. Wenn regelmäßig geerntet werden soll, braucht er eine gute Wasserversorgung.

Pflege

Aufgrund der langsamen Jugendentwicklung in den ersten 5-7 Wochen regelmäßig hacken und von Unkräutern frei halten. Die Pflanzen müssen regel­ mäßig (alle 1-2 Wochen) beerntet werden, damit neue Triebe mit zarten Blättern nachwachsen: die Triebspitzen mit 3-5 Blättern abschneiden.

Fruchtfolge und Mischkultur

Wegen seiner langsamen Jugendentwicklung kann der Platz zwischen den Reihen gut mit dem Pflanzen von Salat, Radieschen oder auch gewöhnlichem Spinat oder einer raschwüchsigen Gründüngung ausgenutzt werden.

Pflanzengesundheit

Vereinzelt treten Blattläuse auf, die das Gurkenmosaikvirus übertragen können.

Ernte und Lagerung

Wenn wenig geschnitten wird, werden Blätter und Triebe hart. Erste Ernten bei vorgezogenen Pflanzen Ende Juni, sonst Mitte Juli. Fortlaufende Ernte bis zum ersten Frost. Wenn die Pflanzen im Eierbst mit einem Vlies geschützt werden, können sie bis weit in den Oktober hinein beerntet werden. Die jungen Blätter schmecken auch sehr gut, wenn sie, frisch in feine Streifen geschnitten, in einen Salat gemischt werden.

Neuseeländerspinat als Balkongemüse

Neuseeländerspinat lässt sich problemlos als Kübel­pflanze kultivieren.

Sorten

In Europa sind kaum Sorten bekannt. Eine Ausnahme ist die Sorte .Roter' (Eigenname) mit roten Stängeln und Blättern mit rotem Rand.


Gartenmelde

  • Atrip lex hortensis - Gänsefußgewächse > Aussaat ab Februar/März bis August
  • ideal als Folgesaaten
  • erste Ernte nach 3-5 Wochen
  • Ertrag: o,5-1,5 kg/m2
  • Fremdbefruchtung,Wind
  • Samen (in den Valven) 2-3 Jahre keimfähig

Die Gartenmelde ist eine alte europäische Spinat­ pflanze. Bis in die Renaissance war sie die Spinat­ pflanze der Flausgärten. Dann hielt der „echte“ Spinat Einzug in die Gärten. Die Gartenmelde wächst rasch, hat ein feineres Blatt als der Spinat und einen milden Geschmack. Die jungen Blätter können auch roh gegessen werden. Durch ihre Schnellwüchsigkeit erhält man rasch große Blatt­ massen. Im Hausgarten unkompliziertzu kultivie­ ren, ist sie trotzdem auf unseren Märkten kaum zu finden, da die Blätter rasch welken. Die attrak­ tiven rotblättrigen Sorten finden sich häufig in osteuropäischen Ländern. Die Gartenmelde sät sich sehr leicht selbst aus, wo zu viele Pflanzen aufge­hen, lassen sie sich leicht (solange sie noch klein sind) mit einer Pendelhacke (als Gründüngung) einarbeiten.

Anbau

Die Gartenmelde gedeiht auf allen Böden. Die Pflanze ist einjährig und erreicht in der Blüte je nach Stand­ ort eine Höhe von 120-200 cm. Sie bildet zahlreiche Seitentriebe. Sie hat kein länger dauerndes Roset­ tenstadium, sondern streckt sieh gleich in die Höhe. Die Samen sind in sogenannte Valven eingehüllt und müssen für die Aussaat nicht „ausgepackt” werden. Die erste Aussaat erfolgt so früh wie möglich, sobald der Boden offen ist (März, in milden Regionen bereits im Februar), oder auch bereits im Herbst. Aussaat breit- würfig oder in Reihen, die Samen flach einarbeiten (1-2 cm). Optimaler Pflanzabstand ca. 3 5 x 1 5 cm. Wer den ganzen Sommer über frische Blätter ernten will, kann monatlich bis in den August nachsäen. Die Gar­tenmelde bevorzugt einen sonnigen Standort, verträgt aber auch Halbschatten. Sie kann auch am Beetrand zur Beschattung anderer Kulturen oder als Zwischen­frucht gesät werden.

Temperaturansprüche

Die Gartenmelde ist unserem Klima sehr gut angepasst, sie gedeiht auch gut in höheren Lagen (Mittelgebirge) und kühleren Regionen.

Düngung und Wasserbedarf

Die Gartenmelde ist ein Schwachzehrer. Gleichmäßige Bodenfeuchte verhindert ein vorzeitiges Blühen der Pflanzen.

Pflege

In jüngeren Beständen fördert ein regelmäßiges Hacken das zügige Wachstum.

Fruchtfolge und Mischkultur

Die Gartenmelde eignet sich gut als Zwischenfrucht. Nicht vor anderen Gänsefußgewächsen anbauen.

Pflanzengesundheit

Krankheiten und Schädlinge treten so gut wie nie auf. Grundsätzlich können sich aber die gleichen Krank­heiten wie beim Spinat zeigen. Bei ungünstigen Wetterlagen können vermehrt Blattläuse in Erschei­nung treten. Und: Auch Schnecken lieben Gartenmelde.

Ernte und Lagerung

Geerntet wird ab einer Pflanzenhöhe von 20-30 cm durch Totalschnitt. Bei größeren Pflanzen einzelne jüngere Blätter abzupfen. Die Blätter lassen sich wie Spinat einfrieren.

Gartenmelde als Balkongemüse

Die Gartenmelde kann als Gemüse auch in Töpfen kultiviert werden. Am besten in länglichen Gefäßen reihenweise aussäen.

Sorten

Die grünen Formen (var. hortensis) haben meist flei­ schigere Blätter. Geschmacklich besonders gut ist die Sorte .Großer von Hutwitsch'. Seit vielen Generationen wurde die .Berndorfer Grüne Melde' weitervermehrt, die auch als „Moidenspinat" und „Kaiserspinat" bezeichnet wird.

Die roten Formen (var. rubra) sind in der Küche interessant, da sie zum Färben von Speisen oder für bunte Blattsalat-Arrangements genutzt werden kön­nen. Im Nudelwasser mitgekocht (frisch oder getrock­ net) nehmen die Nudeln ihre Farbe und einen leicht süßlichen Geschmack an. Als Empfehlung bei den vio­ letten kann man die Sorte ,Opera' nennen, die sowohl von der Blattmasse her als auch geschmacklich sehr gut abschnitt. Die Gelbe Gartenmelde (var. lutea) hat große, gelblich-grüne Blätter und gelbe Samenstände.


Guter Heinrich

  • Chenopodium bonus-henricus - Gänsefuß­gewächse
  • Vermehrung über Aussaat oder Stock­teilung
  • Aussaat ab Anfang April oder August bis Oktober
  • mehrjährig
  • gedeiht in nährstoffreichem Boden und bei hoher Luftfeuchtigkeit besonders gut
  • Fremdbefruchtung,Wind
  • Samen 4-5 Jahre keimfähig

Die mehrjährige Pflanze treibt bereits im April aus, wird 40-70 em hoch und kann über viele Jahre auf demselben Beet bleiben. Die ersten Triebe können geerntet und wie Spargel zubereitet werden. Guter Heinrich zählt zu jenen Blattgemüsen, die der Spinat mit seinem Erscheinen in den Hausgärten im Laufe des Mittelalters verdrängt hat. Die jungen Blätter können laufend beerntet werden; sie sind auf der Unterseite mehlig bestäubt und ergeben ein geschmackvolles, leicht herb schmeckendes Spinatgemüse. Beachtlich ist der hohe Vitamin-C-Gehalt des Guten Heinrich, der mit jenem von Paprika oder Blattpetersilie vergleichbar ist. Die jungen, unreifen Blutenstände können wie Kar­ fiol zubereitet werden. Guter Heinrich kann in Töpfen vorkultiviert, direkt gesät oder durch Stockteilung ver­ mehrt werden. Im zweiten Jahr nach der Aussaat bringt der Gute Heinrich höhere Erträge als im ersten. Die Pflanze bevorzugt vollsonnige Standorte, wächst aber auch im Halbschatten. Der Gute Heinrich gedeiht auf ausreichend mit Kompost versorgten Flächen beson­ders gut. Eine gute, gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit und hohe Luftfeuchtigkeit begünstigen das Wachstum des Guten Heinrichs. Der Kobold unter den Spinat­ pflanzen wächst robust und umkompliziert

Verwandte Blattgemüse

Aus der Familie der Gänsefußgewächse gibt es noch einige Gemüse, die sich als Salat- oder Spinatpflanzen nutzen lassen, etwa der Baumspinat (Chenopodium giganteum), der mit seinen magentafarbig bestäubten Blättern auffällt und bis zu 3 m hoch werden kann. Er wird vor allem in Indien als Blattgemüse genutzt. Die mexikanische Gänsefußart Huazontle (Chenopo­dium berlandieri ssp. nuttalliae) kann bis zu 1,50 m hoch werden, schmeckt nussig und gilt in Mexiko als Delikatesse.

 


Mangold/Krautstiel

  • Beta vulgaris var. cicla - Gänsefußgewächse
  • Direktsaat im ungeheizten Gewächshaus: März
  • Direktsaat im Garten: Mitte April bis Mitte Juli
  • Direktsaat für Überwinterung: Mitte August bis Mitte September
  • Ernte laufend ab 8 Wochen nach der Aussaat
  • unkomplizierte Kulturart
  • regelmäßige Ernten über das ganze Jahr
  • Ertrag: 1,5-3 kg/m2
  • Fremdbefruchtung,Wind
  • Samen 6 und mehr Jahre keimfähig

Mangold zählt in Italien und am ganzen Balkan zu den geläufigen Gemüsekulturen. Und das nicht zu Unrecht: Die Pflanzen sind sehr einfach zu kultivieren, bilden rasch viele Blätter und können dann laufend bis zum Wintereinbruch beerntet werden. Viele der bei uns bekannten Mangold­ sorten sind in der Schweiz entstanden; im Engli­ schen wird Blattmangold gar als „Swiss Chard" bezeichnet Auch im Topf gedeiht Mangold gut.

Unterschieden werden Formen, die einen breiten Stiel ausbilden („Stielmangold"), und sehmalstielige Sorten, bei denen in erster Linie die Blätter genutzt werden („Blattmangold" oder „Schnitt­mangold").

Anbau

Direktsaat im Freiland ab Mitte April, ab Anfang April mit Vliesauflage. Ein Kältereiz fördert die Schosser­ bildung, dann blühen die Pflanzen noch im selben Jahr und bilden keine Blätter. 8-10 Wochen nach der Pflan­ zung können die Pflanzen erstmals beerntet werden. Stielmangold: Der Anbau entspricht dem der Roten Rübe, allerdings legt Mangold nicht so großen Wert auf eine tiefgründige Bodenlockerung. Mangold kann vorgezogen oder direkt gesät werden und eignet sich auch für den Anbau im Gewächshaus. Jungpflanzen werden ab Mitte Mai ins Freiland gesetzt. Empfohlener Abstand: in der Reihe 30-40 cm, zwischen den Reihen 30 cm.

ln wintermilden Regionen können alle Sorten im Freien belassen werden. Wer ein Gewächshaus zur Verfügung hat, kann die Pflanzen im Spätherbst auch verpflanzen und so die Erntesaison bis weit in den Winter hinein verlängern. Die roten, orangen, rosa und gelben Sorten sind nicht so winterhart wie die grün- und weißstieligen Sorten. Letztere überstehen auch einige Minusgrade.

Blattmangold: Blattmangold wird am besten in Reihen von 20-30 cm Abstand (ab April) gesät. Da er weniger empfindlich gegenüber niedrigen Tempera­ turen ist, kann er früher als Stielmangold im Freiland gesät werden. Die Ernte beginnt in der Regel 8 Wochen nach der Aussaat - meist im Juni - und setzt sich bis zum nächsten Frühjahr fort; wird er nicht zu tief geschnitten, kann er mehrmals beerntet werden. Die Pflanzen überdauern den Winter unter der Schnee­ decke und bis ins Frühjahr. Im Frühherbst gepflanzter Mangold (Mitte August bis Mitte September) kann im Freiland oder unter einem Niedrigtunnel überwintern.

Jungpflanzenanzucht

Sowohl Blatt- als auch Stielmangold kann vorgezogen werden. Das Setzen von Jungpflanzen ergibt gleich­ mäßigere Bestände. Anzucht -»siehe Rote Rübe.

Temperaturansprüche

Mangold ist unseren Witterungsbedingungen sehr gut angepasst, allerdings sind die Jungpflanzen frostemp­ findlich. Weißstielige Sorten sind weniger kälteemp­ findlich. Schnittmangoldsorten sind gegenüber Frösten am tolerantesten.

Düngung und Wasserbedarf

Düngung -> siehe Rote Rübe. Pflanzenjauchen nach dem Schnitt fördern den Neuaustrieb. In trockenen Phasen bewässern.

Pflege

Regelmäßig hacken (-» Pflanzengesundheit), später mulchen.

Fruchtfolge und Mischkultur

Rote Rübe

Pflanzengesundheit

Ein häufiges Problem ist der Befall mit Blattläusen, die gerne in der ersten Zeit nach dem Setzen der Jung­ pflanzen auftreten. Empfehlenswert ist es dann, die äußeren Blätter abzuernten und den Bestand mehrmals gründlich zu hacken, um das Wurzelwachstum anzu­regen. Sonst -> siehe Rote Rübe und Spinat.

Ernte und Lagerung

Blattmangold wird geerntet wie Spinat, am zartesten sind die jungen, 10-15 cm langen Blätter. Auch beim Stielmangold schmecken die noch kleinen Blätter am besten, er kann aber auch größer geerntet werden. Stielmangold und Blattmangold lassen sich beide auch blanchieren und tiefgefrieren. Nach der Ernte ist Mangold nur kurze Zeit haltbar. Er wird am besten frisch gegessen. Sowohl Blatt- als auch Stielmangold nur blattweise beernten, um die Pflanzen über eine ganze Saison hin nutzen zu können.

Mangold als Balkongemüse

Mangold lässt sich einfach in Töpfen kultivieren. Wer keinen eigenen, reifen Kompost hat, arbeitet biolo­gischen Dünger wie Wurmkompost oder Biofert ein. Zusatzdüngung im Laufe des Sommers.

Sorten

Stielmangold - weißstielig

Gute, ertragreiche Sorten für den Anbau im Freiland und im Gewächshaus, mit bis zu 10 cm breiten Rip­ pen und relativ schossfest, sind .Walliser', .Genfer' und Brilliant! Ebenso der noch breitere .Glatter Silber', der an sandige Böden besonders gut angepasst ist. Weißstielige Sorten haben den mildesten Geschmack.

Stielmangold - bunte Stiele

Die Sorten behalten nach dem Kochen gut die Farbe. Bunt gemischt wachsen die Sorten .Bright Lights’ und

.Five Colours', die einzelnen Pflanzen haben weiße, gel­ be, orange, rote oder violette Stiele. .Golden' besitzt leuchtend gelbe Stiele, und .Roter Vulkan' und .Feurio* haben rubinrote Stiele. Alle können auch als Baby-Leaf angebaut werden. Die roten Sorten sind am wenigsten frosthart.

Blattmangold

Dünne Blattrippen und feine, hellgrüne Blätter haben .Lucullus1 und .Hunsrücker Schnitt! Die Sorte .Grüner Schnitt' hat ein mittelgrünes Blatt. Alle sind sehr win­ terfest, schmecken mild und können wie Spinat ver­ wendet werden.


Spinat

Spinat

  • Spinacea oleracea - Gänsefußgewächse > Aussaat für Überwinterung (Winter- und Frühlingsernte): Ende August bis Mitte September
  • Aussaat für Herbsternte: Ende August bis Mitte September
  • Aussaat für Frühjahrsernte: Ende Februar bis Mitte April
  • Aussaat für Sommerernte: April
  • erste Ernte 6-8 Wochen nach der Aussaat
  • unkomplizierte Kulturart, fördert das Wachstum anderer Gemüse > Ertrag: 1,2-3 kg/m2
  • Samen 4-5 Jahre keimfähig > Fremdbefruchtung (Wind)

Spinat bringt bei kühl-feuehter Witterung eine ergiebige Blatternte. Bei zunehmender Tageslänge und heißen Temperaturen schossen die Pflanzen extrem schnell. Um dieses Spinat-Sommerloch zu schließen, eignen sich der extrem hitzeverträgliche Neuseeländerspinat, die Gartenmelde oder der Malabarspinat Spinat ist ein interessantes Blatt­

gemüse, das im Garten auch noch als Gründün­ gungspflanze gute Dienste leistet.

Anbau

Spinat gedeiht auf tiefgründigen, humosen Böden besonders gut. Er reagiert sehr empfindlich auf Boden­verdichtungen, gedeiht in der Vollsonne, aber auch im Halbschatten, und ist eine einjährige Langtagpflan­ze (er geht in Blüte, wenn die Tage länger werden). Spinat wird direkt gesät. Er ist ein Dunkelkeimer und muss daher gut mit Erde bedeckt werden. Aussaat in Reihen (Reihenabstände 20-35 cm), oder breitwürfig 2-3 cm tief einarbeiten, auf schweren Böden flacher. Feuchter Boden ist Voraussetzung, damit die Samen keimen können.

Man unterscheidet Frühjahrs-, Sommer-, Herbst­ und Winteranbau, für den sich jeweils unterschied­liche Sorten eignen. Für den Winteranbau wird Spinat Ende August bis Mitte September gesät; in wintermilden Regionen auch später. Die Pflanzen sind dann ab Anfang November bis (winterharte Sorten) Anfang April beerntbar. Die Pflanzen überwintern mit 2-4 Laubblättern am besten. Später gesäte Pflanzen können bis zum Wintereinbruch nicht mehr gut ein­ wurzeln und sind frostempfindlich. In rauen Lagen Aussaat im Folientunnel. Frühjahrsspinat wird Ende Februar/Anfang März gesät. Diese Aussaaten können zur Verfrühung mit einem Vlies bedeckt werden. Spinat für die Sommerernte wird im April gesät. Sorten, die zum Schossen neigen, gehen bereits einige Tage nach ihrer Erntereife in Blüte.

Temperaturansprüche

Als Pflanze aus dem maritimen Klima verträgt Spinat leichte Fröste und kann überwintern. Starke Fröste können jedoch einen Totalausfall verursachen.

Düngung und Wasserbedarf

Spinat ist ein Mittelzehrer, die Beete mit einer mittleren Kompostgabe versorgen. Keinesfalls zu stark düngen, da die Blätter dann höhere Nitrat- und höhere Oxal­ säuregehalte haben. Beete, auf denen zuvor Hülsen­ früchte gewachsen sind, nicht mehr extra düngen; die Düngung entfällt auch, wenn die Vorkultur stark gedüngt wurde (was z.B. meist bei Kohlgemüsen der Fall ist). Spinat reagiert sehr empfindlich auf Trocken­heit und geht dann rasch in Blüte. Ist der Boden vor der Aussaat sehr trocken, am besten vor der Aussaat mit feinem Strahl anfeuchten. Spinat braucht eine gleich­mäßige Bodenfeuchte auch in tieferen Bodenschichten (bis ca. 40 cm).

Pflege

Spinat ist unkompliziert - so frühzeitig wie möglich Unkraut hacken, ebenso nach Regengüssen den Boden lockern.

Fruchtfolge und Mischkultur

Spinat ist mit sich selbst und anderen Vertretern der Gänsefußgewächse unverträglich (3 Jahre Anbau­ pause). Wird der Garten in Mischkultur bewirtschaf­ tet, müssen nicht so lange Anbaupausen eingehal­ten werden. Für viele andere Kulturen ist Spinat ein ausgezeichneter Mischkulturpartner (mit Ausnahme der Hülsenfrüchte, wegen gemeinsamer Krankheits­ anfälligkeit). Spinat ist auch eine hervorragende Grün­ düngungspflanze. Seine Pfahlwurzeln reichen bis zu 120 cm tief in den Boden, sie lockern den Boden und holen Nährstoffe wieder in obere Bodenschichten.

Gertrud Franck, die „Erfinderin" der Mischkultur, hat ein ausgeklügeltes System entwickelt, Gemüse in Reihen nebeneinander zu kultivieren, zwischen den einzelnen Reihen sät sie im März im Abstand von 50 cm Spinat. Nach dem Schossen wird der Spinat dann ausgehackt und bleibt als Flächenkompost liegen. Die absterben­den

Wurzeln und die abgehackten Blätter geben den Bodenorganismen im sich nun erwärmenden Früh­lingsboden eine Startfütterung. Die Spinatreihen dienen so der Bodenverbesserung und als Gehwege zwischen den anderen Gemüsekulturen. Herbst- und Winterspinat ist eine ideale Nachkultur für bereits im Sommer abgeerntete Beete. Die Pflanzen können jedenfalls bis zum Wintereinbruch, aber meist bis in den Winter hinein auf den Beeten bleiben.

Pflanzengesundheit

Die häufigste Erkrankung des Spinats ist der Falsche Mehltau (Pilz: Peronospora farinosassp. spinacioe). Er tritt vor allem bei feuchter Witterung und bei Anbau in Gewächshäusern auf. Die Hauptinfektion geht von überwinternden Spinatpflanzen aus, der Pilz befällt ausschließlich Spinat. Schadbild: auf der Blattoberseite helle, leicht aufgewölbte Blattflecken, auf der Blatt­ unterseite ein grau-violettes Pilzgeflecht. Die Krankheit ist nicht samenbürtig.

Gegenmaßnahmen: nicht abends bewässern. Nach starkem Befall mindestens dreijähriger Fruchtwech­sel, ausreichende Pflanzabstände, kranke Pflanzenreste entsorgen oder gut kompostieren (dies bedeutet eine Temperaturführung von über 70 °C im Kompost). In den letzten Jahren ist es im konventionellen Erwerbs­gemüsebau in vielen Spinatbeständen Ostösterreichs im Überwinterungsanbau zum Auftreten der Papier­fleckenkrankheit (Pilz: Cladosporium variable) gekommen. Die ersten Symptome sind zahlreiche klei­ ne, rundliche, weiße bis gelbliche Flecken von etwa 2-5 mm Durchmesser. Sie sind etwas in das Blattge­ webe eingesunken und braun bis rötlich eingefasst. Die Flecken trocknen dann ein und sehen papierartig aus. Der Pilz gilt als samenbürtig.

Gegenmaßnahmen: räumliche Trennung von Herbst- und Winterspinat. Einarbeiten abgeern­ teter Spinatpflanzen. Stärkung der Pflanzen mit Schachtelhalmbrühe.

Ernte und Lagerung

Erste Blätter können bereits 6-8 Wochen nach der Aussaat geerntet werden. Später werden die ganzen Pflanzen abgeschnitten. Zu spät geerntete Blätter schmecken herb und bitter. Die Wurzeln sollen bei der Ernte im Boden verbleiben, sie fördern durch die Abgabe von Saponinen das Wachstum benachbarter Pflanzen oder der Folgekulturen. Am besten wird Spinat aber frisch verzehrt, der Gehalt an Vitaminen nimmt rasch ab.

Spinat als Balkongemüse

Für den Anbau in Gefäßen kann Spinat von Februar bis Mitte April oder für eine Herbsternte ab August angebaut werden.

Sorten

Für den Frühjahrs- und Herbstanbau Mehltautolerant, robust und spät schießend ist .But­terfly', ebenso .Matador', der rasch und ertragreich wächst, ein großes, fleischiges Blatt hat und sich auch für die Überwinterung eignet, wie auch .Verdil', eine feine, rasch wachsende Sorte. Als mehltauresistent gilt .Monopa’, der zudem wenig Oxalsäure enthält. ,De Gaudry' bildet lockere Rosetten mit lang gestielten und tief gelappten Blättern, und eine langsam wachsen­ de Sorte mit hohen Erträgen ist die ursprünglich aus England stammende Sorte .Viktoria'.

Für den Herbst- und Uberwinterungsanbau.Winterriesen Stamm Verdil', .Hammenhögs Vinter' und .Nobel’ (schwedische Winterspinatsorten),,Prickly Winter Spinach’ (australischer Winterspinat), .Riccio d'Asti* (italienische Winterspinatsorte; Überwinterung nur in milden Regionen).