Spinat

Spinat

  • Spinacea oleracea – Gänsefußgewächse > Aussaat für Überwinterung (Winter- und Frühlingsernte): Ende August bis Mitte September
  • Aussaat für Herbsternte: Ende August bis Mitte September
  • Aussaat für Frühjahrsernte: Ende Februar bis Mitte April
  • Aussaat für Sommerernte: April
  • erste Ernte 6-8 Wochen nach der Aussaat
  • unkomplizierte Kulturart, fördert das Wachstum anderer Gemüse > Ertrag: 1,2-3 kg/m2
  • Samen 4-5 Jahre keimfähig > Fremdbefruchtung (Wind)

Spinat bringt bei kühl-feuehter Witterung eine ergiebige Blatternte. Bei zunehmender Tageslänge und heißen Temperaturen schossen die Pflanzen extrem schnell. Um dieses Spinat-Sommerloch zu schließen, eignen sich der extrem hitzeverträgliche Neuseeländerspinat, die Gartenmelde oder der Malabarspinat Spinat ist ein interessantes Blatt­

gemüse, das im Garten auch noch als Gründün­ gungspflanze gute Dienste leistet.

Anbau

Spinat gedeiht auf tiefgründigen, humosen Böden besonders gut. Er reagiert sehr empfindlich auf Boden­verdichtungen, gedeiht in der Vollsonne, aber auch im Halbschatten, und ist eine einjährige Langtagpflan­ze (er geht in Blüte, wenn die Tage länger werden). Spinat wird direkt gesät. Er ist ein Dunkelkeimer und muss daher gut mit Erde bedeckt werden. Aussaat in Reihen (Reihenabstände 20-35 cm), oder breitwürfig 2-3 cm tief einarbeiten, auf schweren Böden flacher. Feuchter Boden ist Voraussetzung, damit die Samen keimen können.

Man unterscheidet Frühjahrs-, Sommer-, Herbst­ und Winteranbau, für den sich jeweils unterschied­liche Sorten eignen. Für den Winteranbau wird Spinat Ende August bis Mitte September gesät; in wintermilden Regionen auch später. Die Pflanzen sind dann ab Anfang November bis (winterharte Sorten) Anfang April beerntbar. Die Pflanzen überwintern mit 2-4 Laubblättern am besten. Später gesäte Pflanzen können bis zum Wintereinbruch nicht mehr gut ein­ wurzeln und sind frostempfindlich. In rauen Lagen Aussaat im Folientunnel. Frühjahrsspinat wird Ende Februar/Anfang März gesät. Diese Aussaaten können zur Verfrühung mit einem Vlies bedeckt werden. Spinat für die Sommerernte wird im April gesät. Sorten, die zum Schossen neigen, gehen bereits einige Tage nach ihrer Erntereife in Blüte.

Temperaturansprüche

Als Pflanze aus dem maritimen Klima verträgt Spinat leichte Fröste und kann überwintern. Starke Fröste können jedoch einen Totalausfall verursachen.

Düngung und Wasserbedarf

Spinat ist ein Mittelzehrer, die Beete mit einer mittleren Kompostgabe versorgen. Keinesfalls zu stark düngen, da die Blätter dann höhere Nitrat- und höhere Oxal­ säuregehalte haben. Beete, auf denen zuvor Hülsen­ früchte gewachsen sind, nicht mehr extra düngen; die Düngung entfällt auch, wenn die Vorkultur stark gedüngt wurde (was z.B. meist bei Kohlgemüsen der Fall ist). Spinat reagiert sehr empfindlich auf Trocken­heit und geht dann rasch in Blüte. Ist der Boden vor der Aussaat sehr trocken, am besten vor der Aussaat mit feinem Strahl anfeuchten. Spinat braucht eine gleich­mäßige Bodenfeuchte auch in tieferen Bodenschichten (bis ca. 40 cm).

Pflege

Spinat ist unkompliziert – so frühzeitig wie möglich Unkraut hacken, ebenso nach Regengüssen den Boden lockern.

Fruchtfolge und Mischkultur

Spinat ist mit sich selbst und anderen Vertretern der Gänsefußgewächse unverträglich (3 Jahre Anbau­ pause). Wird der Garten in Mischkultur bewirtschaf­ tet, müssen nicht so lange Anbaupausen eingehal­ten werden. Für viele andere Kulturen ist Spinat ein ausgezeichneter Mischkulturpartner (mit Ausnahme der Hülsenfrüchte, wegen gemeinsamer Krankheits­ anfälligkeit). Spinat ist auch eine hervorragende Grün­ düngungspflanze. Seine Pfahlwurzeln reichen bis zu 120 cm tief in den Boden, sie lockern den Boden und holen Nährstoffe wieder in obere Bodenschichten.

Gertrud Franck, die „Erfinderin” der Mischkultur, hat ein ausgeklügeltes System entwickelt, Gemüse in Reihen nebeneinander zu kultivieren, zwischen den einzelnen Reihen sät sie im März im Abstand von 50 cm Spinat. Nach dem Schossen wird der Spinat dann ausgehackt und bleibt als Flächenkompost liegen. Die absterben­den

Wurzeln und die abgehackten Blätter geben den Bodenorganismen im sich nun erwärmenden Früh­lingsboden eine Startfütterung. Die Spinatreihen dienen so der Bodenverbesserung und als Gehwege zwischen den anderen Gemüsekulturen. Herbst- und Winterspinat ist eine ideale Nachkultur für bereits im Sommer abgeerntete Beete. Die Pflanzen können jedenfalls bis zum Wintereinbruch, aber meist bis in den Winter hinein auf den Beeten bleiben.

Pflanzengesundheit

Die häufigste Erkrankung des Spinats ist der Falsche Mehltau (Pilz: Peronospora farinosassp. spinacioe). Er tritt vor allem bei feuchter Witterung und bei Anbau in Gewächshäusern auf. Die Hauptinfektion geht von überwinternden Spinatpflanzen aus, der Pilz befällt ausschließlich Spinat. Schadbild: auf der Blattoberseite helle, leicht aufgewölbte Blattflecken, auf der Blatt­ unterseite ein grau-violettes Pilzgeflecht. Die Krankheit ist nicht samenbürtig.

Gegenmaßnahmen: nicht abends bewässern. Nach starkem Befall mindestens dreijähriger Fruchtwech­sel, ausreichende Pflanzabstände, kranke Pflanzenreste entsorgen oder gut kompostieren (dies bedeutet eine Temperaturführung von über 70 °C im Kompost). In den letzten Jahren ist es im konventionellen Erwerbs­gemüsebau in vielen Spinatbeständen Ostösterreichs im Überwinterungsanbau zum Auftreten der Papier­fleckenkrankheit (Pilz: Cladosporium variable) gekommen. Die ersten Symptome sind zahlreiche klei­ ne, rundliche, weiße bis gelbliche Flecken von etwa 2-5 mm Durchmesser. Sie sind etwas in das Blattge­ webe eingesunken und braun bis rötlich eingefasst. Die Flecken trocknen dann ein und sehen papierartig aus. Der Pilz gilt als samenbürtig.

Gegenmaßnahmen: räumliche Trennung von Herbst- und Winterspinat. Einarbeiten abgeern­ teter Spinatpflanzen. Stärkung der Pflanzen mit Schachtelhalmbrühe.

Ernte und Lagerung

Erste Blätter können bereits 6-8 Wochen nach der Aussaat geerntet werden. Später werden die ganzen Pflanzen abgeschnitten. Zu spät geerntete Blätter schmecken herb und bitter. Die Wurzeln sollen bei der Ernte im Boden verbleiben, sie fördern durch die Abgabe von Saponinen das Wachstum benachbarter Pflanzen oder der Folgekulturen. Am besten wird Spinat aber frisch verzehrt, der Gehalt an Vitaminen nimmt rasch ab.

Spinat als Balkongemüse

Für den Anbau in Gefäßen kann Spinat von Februar bis Mitte April oder für eine Herbsternte ab August angebaut werden.

Sorten

Für den Frühjahrs- und Herbstanbau Mehltautolerant, robust und spät schießend ist .But­terfly’, ebenso .Matador’, der rasch und ertragreich wächst, ein großes, fleischiges Blatt hat und sich auch für die Überwinterung eignet, wie auch .Verdil’, eine feine, rasch wachsende Sorte. Als mehltauresistent gilt .Monopa’, der zudem wenig Oxalsäure enthält. ,De Gaudry’ bildet lockere Rosetten mit lang gestielten und tief gelappten Blättern, und eine langsam wachsen­ de Sorte mit hohen Erträgen ist die ursprünglich aus England stammende Sorte .Viktoria’.

Für den Herbst- und Uberwinterungsanbau.Winterriesen Stamm Verdil’, .Hammenhögs Vinter’ und .Nobel’ (schwedische Winterspinatsorten),,Prickly Winter Spinach’ (australischer Winterspinat), .Riccio d’Asti* (italienische Winterspinatsorte; Überwinterung nur in milden Regionen).