Sommerpause 02.07. - 15.07.

Wir machen eine Sommerpause und tanken damit nochmal auf, für die zweite Hälfte der Saison. Wir kommen also mit weiteren Programmpunkten zurück und freuen uns schon jetzt, euch alle wiederzusehen oder ganz neu bei uns begrüßen zu dürfen!

Liebst, Dan & Max


Freitag, 01.07.22 // Gartenquiz

Wir wollen Antworten und ihr könnt sie uns geben. Ganz nebenbei haben wir dann noch die schicksten Preise im Gepäck und den Sonnenuntergang im Rücken. Alles kann dran kommen, nichts muss. Kommt zu zweit, dritt, viert oder mit noch mehr Menschen als Team an den Start und gebt euch den manchmal ernsten, manchmal absolut quatschigen Fragen hin, die wir für euch jeden zweiten Freitag im Monat neust und höchstpersönlich vorbereiten.

Von aktuellen Themen, über Klatsch und Tratsch, bis zu regionalen Ereignissen, kann wirklich alles dran kommen. Vorbereiten kann sich niemand, gewinnen dafür alle.

Der Eintritt ist immer kostenfrei und Platz gibt's genug. Was wäre aber so eine Einladung, ohne ein Gastgeschenk? Wir wünschen uns kreative Teamnamen und ausgelassene Stimmung. Dafür bringen wir von Saatgut, über Dünger, Café-Gutscheinen und sogar einem Garten in 2023, den Rest mit.

Packt eure Sachen und Abfahrt!

Wir freuen uns auf euch!

Liebst,

Dan, Max, Emi


Freitag, 29.07.22 // Weintasting im Grünen

Einen Genuss für den Gaumen, eine Auszeit für dich. Mitten im Grünen, neben Feldern, Wiesen und natürlich unseren wunderbaren Gemüsegärten, wird am 29. Juli probiert, was die Geschmacksnerven hergeben.

Eine eigens für uns zusammengestellte Weinauswahl wird präsentiert, mit lecker Baguette, Tapas und Bio-Olivenöl. Damit bringen wir nur ein paar der Feinheiten Frankreichs, Spaniens, Italiens und Griechenlands zusammen und setzen alle Gefühle auf Kurzurlaub im Ernteglück.

Diese Veranstaltung ist kostenfrei

Wenn du anschließend bei uns schlafen möchtest, gibt es an diesem Tag die Möglichkeit, sich mit dem Camper oder Zelt auf unserer Wiese zu platzieren. Die Plätze sind allerdings begrenzt und müssen angemeldet werden. Pro Zelt/Auto erheben wir eine Gebühr von 15,- €.

Wir freuen uns riesig auf dich!

Liebst,

Dan und Max

Du hast Fragen zu dieser Veranstaltung? Wir sind immer erreichbar unter 0151 591 461 67.


Samstag 20.08.22 // Tonernte Festival 2022

Gemeinsam mit euch, holen wir am 20. August nochmal eine der fettesten Ernten des Jahres ein.

Denn es ist Tonernte 2022, Baby!

Wie in 2021, holen wir wieder unglaubliche Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland nach Arfrade und füllen eure Ohrmuscheln mit den leckersten Dingen, aus den verschiedensten Genres.

Um euch daran zu erinnern, wie delikat das letzte Jahr war, haben wir euch unsere Menükarte aus 2021 nochmal angefügt. Damit könnt ihr locker die Wartezeit überbrücken, bis unser neues Programm für diese Tonernte feststeht.


Rukola/Salatrauke/Ölrauke

Rukola/Salatrauke/Ölrauke

  • Eruca sativa- Kreuzblütler
  • Aussaat im Freiland Mai bis September
  • erste Ernte nach 4-6 Wochen
  • pikantes und einfach zu kultivierendes Blattgemüse
  • Samen mindestens 6 Jahre keimfähig

Als aromatisch-pikante Salatpflanze, als Pizza­ belag oder kombiniert mit Olivenöl, Salz und Parmesan als erfrischende Vorspeise: Dieses Kraut, bis vor wenigen Jahren in Mitteleuropa beinahe unbekannt, ist heute in den Regalen der Super­märkte zu finden, sein Geschmack auch weniger experimentierfreudigen Gaumen bekannt. Ein verwandtes Kraut ist die Wilde Rauke (Diplotaxis tenuifolia) mit intensiverem Geschmack.

Anbau

Aussaat im Freiland von Mai bis September, im April mit Vliesabdeckung, Reihenabstand 15-20 cm, Saattiefe 1-1,5 cm. Im Gewächshaus ab März. Das Saatbett gut lockern und Unkräuter entfernen.

Jungpflanzenanzucht

Auch eine Aussaat in Töpfen ist möglich, dann später auf 20 x 20 cm auspflanzen.

Temperaturansprüche

Rukola stammt aus dem Mittelmeerraum, erstellt keine hohen Ansprüche an die Temperatur, wächst aber in warmen Gegenden üppiger.

Düngung und Wasserbedarf

Rukola braucht keine eigene Düngung, allerdings eine gute Wasserversorgung, sonst werden die Blätter unangenehm scharf und die Pflanzen gehen rasch in Blüte.

Pflege

Den Boden locker halten, darüber hinaus ist auf unkrautarmen Böden keine spezielle Pflege nötig.

Fruchtfolge und Mischkultur

Wer immer wieder nur einen schmalen Streifen Rukola sät, muss keine besondere Fruchtfolge einhalten. Wer Rukola beetweise kultiviert, sollte auf eine ausreichen­de Anbaupause (4 Jahre) zu sich selbst und anderen Kreuzblütlern achten.

Pflanzengesundheit

Im Freiland ist Rukola in der Regel eine gesunde und robuste Kulturpflanze. Im Gewächshaus kann es zu einem Befall mit Falschem Mehltau [Peronospora parasitica) kommen. Vorbeugend das Gewächshaus gut lüften und weite Reihenabstände wählen. Erdflöhe können im Sommer und Herbst große Pro­bleme verursachen -> Kopfkohl. Nachbarkulturen aus der Familie der Kreuzblütler meiden.

Ernte und Lagerung

Rukola ist nach 4-6 Wochen schnittreif, wenn die Blät­ter 10-15 cm lang sind; meist sind mehrere Schnitte (bis zu 3) möglich. Nach der Rosettenbildung geht Rukola rasch in Blüte und bildet schnell Samen. Die Samen lassen sich für die nächstjährige Aussaat ein­fach ernten: die trockenen, braunen Samenträger abschneiden, nachtrocknen lassen und ausdreschen. Rukola sät sich auch leicht selbst aus.
Die Blätter werden am besten frisch zubereitet, man kann sie aber auch in einem Glas einwässern. Die Wilde Rauke ist deutlich haltbarer.

Rukola als Balkongemüse

Rukola ist ein ideales Balkongemüse und lässt sich im Topfsehr leicht anbauen. Wer laufend frischen Rukola ernten will, sät ab April alle 3 Wochen.

Sorten

Verwandt mit Rukola ist die Wilde Rauke (Diplotaxis tcnuifolio), auch Schmalblättriger Doppelsame genannt und im Handel oft als Rucola sdvatica bezeichnet. Die­se ist mehrjährig, hat einen rosettenförmigen Wuchs, wächst langsamer als Rukola und bildet schmälere Blätter aus. Sie kann 2-mal geschnitten werden. Der Geschmack ist intensiver als jener der Salatrauke und hat ihr den Namen „Schweinsbratenkraut" eingebracht. Die Blüten der Wilden Rauke sind kräftig gelb gefärbt. Die Salatrauke kann sich nicht mit der Wilden Rauke kreuzen. Bei Rukola selbst werden einzelne Herkünfte, die sich nach Blattfarbe, Größe des Blattes, Wüchsigkeit und dem Gehalt an jenen ätherischen Ölen, die der Pflanze ihren würzigen Geschmack geben, unterscheiden. Rukola beetweise kultiviert, sollte auf eine ausreichen­de Anbaupause (4 Jahre) zu sich selbst und anderen Kreuzblütlern achten.

 


Kohlrabi

Kohlrabi

  • Brassica oleracea convar. caulorapa var.gongylodes - Kreuzblütler
  • Aussaat für Pflanzung im Gewächshaus: ab Anfang Jänner
  • Aussaat für Pflanzung unter Folie: ab Anfang Februar
  • Aussaat im Freiland: ab Anfang April bis Mitte Juli
  • Ernte Ende April bis Ende Oktober
  • Kulturdauer: Frühsorten 12-20, Spätsorten 16-32 Wochen
  • Pflanzabstand: Frühsorten 25 x 30 cm, Spätsorten 40 x 50 cm
  • Ertrag: 2-5 kg/m2
  • Fremdbefruchtung
  • Samen mindestens 6 Jahre keimfähig

Kohlrabi zählen zu den leicht zu kultivierenden „Einsteigerpflanzen" für Neogärtnerinnen. Sie sind ein rasch wachsendes Frühlingsgemüse oder kön­nen auf Beeten, die im Sommer beerntet werden, als zweite Frucht gesetzt werden. Der uns heute vertraute Kohlrabi mit wenigen und relativ kleinen Blättern und sehr zartem Fleisch wurde aus den ursprünglicheren Strunkkohlrabis entwickelt. Da zwischen gibt es noch Übergangsformen, die sehr große Knollen ausbilden und bis März lagerfähig sind. Frühkohlrabi ist bereits 8-12 Wochen nach der Pflanzung erntereif.

Anbau

Kohlrabi hat ähnliche Bodenansprüche wie ^ Kopfkohl. Für einen Anbau im Gewächshaus ab Anfang Jänner säen und ab Februar pflanzen. Unter Vlies kann ab Anfang März gepflanzt werden. Lagerkohlrabi für die Spätherbsternte wird bis Anfang Juli gesät und bis Anfang August gepflanzt, Sorten mit kurzer Entwick­ lungsdauer auch noch später. Kohlrabi verträgt auch etwas Schatten.

Jungpflanzenanzucht

Empfohlene Keimtemperatur 16-20 °C, danach küh­ler stellen, jedoch nicht unter 12 °C, da bei zu kühlen Anzuchttemperaturen die Pflanzen keine Knolle aus­ bilden. Nach ca. einer Woche pikieren und die Pflan­zen für den frühen Anbau abhärten (die Jungpflanzen zunächst nur untertags ins Freie stellen). Auch wer Jungpflanzen für den frühen Anbau kauft, muss darauf achten, dass diese abgehärtet sind.

Auspflanzen

Pflanzabstände für Früh- und Sommersorten ca. 25 x 30 cm, für Riesen-Kohlrabi ca. 40 x 50 cm. Nicht zu tief (nicht tiefer als in der Vorkultur) auspflanzen. Ein zu tiefes Setzen führt zu Wachstumsstockungen.

Temperaturansprüche

Kohlgewächse gedeihen im gemäßigten Klima sehr gut. Weiß- und Rotkraut gedeihen in den Hanglagen der Mittelgebirge (550-1200 m) und kühleren Regio­nen besonders gut. Die kühlen, taubringenden Nächte üben auf seine Entwicklung einen sehr günstigen Ein­fluss aus. Zudem wachsen die Pflanzen nicht so rasch und bilden feinere und zartere Blätter aus, was vor allem für Sauerkraut sehr wichtig ist. Der lockere Wir­sing hat auch in vielen Mittelmeerländern eine lange Anbautradition und ist hier ein typisches Herbst- und Wintergemüse.

Düngung und Wasserbedarf

Boden ausreichend düngen, Kohlrabi zählt zu den Mittelzehrern und braucht über die Kulturdauer eine gleichmäßige Nährstoffversorgung. Wasser- oder Nährstoff mangel führt zu Wachstumsstockungen und holzigen Knollen. Die rasch wachsenden Knollen brau­ chen schnell verfügbare Nährstoffe. 6 Wochen nach dem Pflanzen mit einer Pflanzenjauche düngen. Bei trockenem Wetter ausreichend gießen. Sonst Vorsicht beim Wässern, bei zu starker Bewässerung platzen die Knollen.

Pflege

Boden regelmäßig hacken, idealerweise mulchen.

Fruchtfolge und Mischkultur

Da Kohlrabi über lange Zeit gesetzt werden kann, kön­ nen immer wieder frei gewordene Erntelücken mit Kohlrabi bepflanzt werden. Wer nur rasch wachsen­ de Kohlrabisorten pflanzt, kann aufgrund der kurzen Kulturdauer mit der empfohlenen Anbaupause von 4 Jahren bei Kreuzblütlern etwas großzügiger umge­ hen (außer, es haben sich Krankheiten eingeschlichen). Kohlrabi selbst hat nur einen geringen Vorfruchtwert, da fast die gesamte oberirdische Pflanzenmasse abge­ erntet wird. Aufgrund des geringen Platzbedarfs kann Kohlrabi mit vielen anderen Kulturen in reihenweiser Mischkultur kombiniert werden. Kohlrabi bewährt sich dabei insbesondere als „Raumausnützungspflanze" zwischen Kulturen, die anfangs langsam wachsen und dann nach der Kohlrabiernte dessen Wuchsraum zur Verfügung haben. Bewährt haben sich: Mischkultur mit Salat, Puffbohne, Gartenmelde, Gurke, Lauch, Rote Rübe, Sellerie.

Pflanzengesundheit

Kohlgewächse sind einem großen Krankheits- und Schädlingsdruck ausgesetzt. Wer die empfohlenen Anbaupausen einhält, die Pflanzen nicht mit frischem Mist düngt und gesundes Saatgut verwendet, wird allerdings kaum Probleme mit Pflanzenkrankheiten haben.

Ein Kulturschutznetz oder geeignete Nach­barpflanzen halten viele Schädlinge ab: Da sowohl Paradeiser als auch Kopfkohle Starkzehrer sind und Paradeiser Schädlinge von den Krautpflanzen abhalten, ist dies eine ideale Mischkultur (sofern nicht mit Kul­turschutznetzen gearbeitet wird). Randbepflanzungen mit Lavendel halten Schädlinge ab, etwa zwischen die Reihen gesetzte Ysop-, Blattsellerie- und Borretsch­pflanzen. Die ausgegeizten Triebe der Paradeiser halten, als Mulch aufgebracht, ebenfalls Schädlinge ab.

Eine samenbürtige Pilzkrankheit ist der Erreger der sogenannten „Umfallkrankheit" (Phoma Un­ garn}. Bereits die jungen Pflanzen können absterben, aber auch ein späterer Befall ist möglich. Bei engen Fruchtfolgen kann Kohlhernie auftreten; sie wird von einem Schleimpilz verursacht, der das Wurzelsystem zu Wucherungen anregt. Je früher die Infektion erfolgt, desto größer ist der Schaden. Vorbeugung: kalken (bei einem pH-Wert über 7 hat der Pilz keine Chance). Wenn Kohlhernie aufgetreten ist, sollte eine Anbaupause von 7 Jahren eingehalten werden.

Relativ häufig tritt die Kohlfliege [Delia radicum) auf. Sie ähnelt der Stubenfliege und legt ihre Eier an den Wurzelhals der Jungpflanzen, wenige Tage darauf schlüpfen die Maden, die in kurzer Zeit das Wurzel­ system so schädigen, dass die Pflanzen welken und absterben. Vorbeugung: keinen frischen Mist aus- bringen, Fruchtfolge einhalten, Jungpflanzen, die im Freien stehen, und ausgepflanzte Jungpflanzen unter ein dichtes Kulturschutznetz (Maschenweite < 2 mm) setzen, für ein rasches Anwachsen der Pflanzen sorgen (wenn nötig beregnen).

An allen Kohlgewächsen können Erdflöhe massive Schäden anrichten. Die Schäden sind im Mai und bei trockenem Wetter (hier kann es zu einem Massenbefall kommen) am größten. Die 1,5-3 mm kleinen und glän­zenden Tiere sind keine echten Flöhe, sondern Käfer, sie fressen rundliche Löcher in die Blätter. Die Jungkäfer können zudem Krankheiten übertragen. Vorbeugend: für ein schnelles Wachstum sorgen, die Beete gut lockern, die Pflanzen feucht halten und idealerweise mit Kulturschutznetzen abdecken (Maschenweite bis 0,8 mm). Direkte Behandlung: Pyrethin-Präparate (mit Zusatz von Kaliseife). Allerdings kann es sein, dass rasch neue Erdflöhe zufliegen.

Starke Fraßsehäden können der Kleine Kohlweißling (Pieris ropac) und der Große Kohlweißling {Pi er is brassicae) anrichten. Vorbeugend: Nützlinge (Schlupf­wespen) fördern durch Hecken und Raine, rechtzeitig (= bereits im Mai) Kulturschutznetz (Maschenweite bis 5 mm) aufbringen und gut befestigen. Behandlung mit biologischen Pflanzenschutzmitteln auf der Basis von Bacillus-thuringiensis-Präparaten (gemischt mit 1-prozentiger Zuckergabe). Auch alle anderen Schäd­ linge lassen sich durch ein Kulturschutznetz abhal­ ten, wie Kohldrehherzmücke, Kohlmotte, Kohleule(Hauptschaden ab August/September). Aber auch wenn ein Kulturschutznetz verwendet wird, muss mindestens einmal wöchentlich kontrolliert werden, da die Eier der Schädlinge bereits an den Jungpflanzen abgelegt wor­den sein können oder die Kulturschutznetze undicht sein können. Raupen händisch absammeln. Vorbeu­ gend gegen die Kohldrehherzmücke: keine Pflanzung zwischen Juni und Mitte Juli.

Ernte und Lagerung

Auch die zarten Blätter des Kohlrabis sind essbar. Sie können wie Spinat zubereitet oder geschnitten unter einen Blattsalat gemengt werden. Am besten ist Kohl­ rabi frisch aus dem Garten. Wer Frühsorten dennoch lagern will: das Laub abdrehen (mit Laub ist die Knolle kürzer haltbar). Die Knolle lässt sich im Kühlschrank 2 Wochen lagern. Typische Lagersorten sind viel länger haltbar: Sie können - je nach Sorte und Lagerbedin­gungen - bis in den März gelagert werden.

Kohlrabi als Balkongemüse

Die frühreifen Sorten können auch in Pflanzgefäßen auf dem Balkon angebaut werden. Im Balkonkistchen kann etwas enger gesetzt werden (einreihig, alle 20 cm).

Sortenvielfalt

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal für den Anbau im Garten ist die Kulturdauer und damit die jahreszeitliche Anbaueignung. Sorten mit kurzer Kulturdauer können auch für die Herbsternte ange­baut werden. Frühsorten brauchen von der Saat bis zur Ernte 12-20 Wochen, Spätsorten/Lagersorten 16-32 Wochen. Unterschieden werden zudem „weiße" Sorten mit blassgrüner Schale und „blaue" Sorten mit blau-violetter Schale. Weiße Sorten (aus der jeweiligen Reifegruppe) sind früher reif als blaue.

Der Urahn des Kohlrabis ist der Strunkkohlrabi. Dieser hat sehr große Knollen (bis zu 35 em hoch und über 15 cm dick), hohes (bis zu 70 cm) und dichtes Laub, das auch als Futter für Nutztiere verwendet werden kann. Strunkkohlrabi wird trotz seiner Größe und lan­gen Kulturdauer nicht holzig.

Sorten

Frühsorten weiß

Der früheste ist der frostwiderstandsfähige .Lanro', gefolgt von .Noriko! Altere bewährte Sorten sind der eher kleine .Wiesmoor Weißer Treib' und der .Wiener Weißer Glas1. Beide dürfen erst nach den ersten Frösten ins Freie und eignen sich fürs Mistbeet.

Frühsorten blau

.Blaro' ist der früheste und frostbeständigste. Die Sor­ ten .Wiener Blauer Glas* und ,Azur Star' erst ab April aussäen. Für den Sommer: .Delikatess Blauer'.

Spätsorten

Der bekannte .Superschmelz' wird selbst bei 4 kg gro­ßen Knollen nicht holzig, ebenso einlagern lassen sich die blauen Sorten .Blauer Speck' (.Goliath'), .Dyna' und .Blaril!

Strunkkohlrabi

Erhaltene, alte, bewährte Strunkkohlrabis sind die Sor­ten .Böhmischer Strunk' oder .Strynka'.


Kopfkohl, Weißkraut, Rotkraut und Wirsing

Kopfkohl, Weißkraut, Rotkraut und Wirsing

Alle

  • Starkzehrer
  • bei vielen Schädlingen sehr beliebt, daher relativ hoher Pflanzenschutzaufwand,
  • ideal: Anbau unter Netzen > Fremdbefruchtung
  • Samen mindestens 6 Jahre keimfähig

Weißkraut

  • Brassica oleracea ssp. oleracea convar.capitata var. capitata aIba - Kreuzblütler
  • Vorkultur: Frühsorten Ende Jänner bis Anfang Juli, Lagerkraut Ende März bis Anfang April
  • Direktsaat: Frühsorten ab März bis Mai, Lagerkraut April
  • Ernte nach 10-20 Wochen
  • Ertrag: Frühkraut 2,5 kg/m2, Lagerkraut bis 7 kg/m2

Rotkraut

  • var.rubra
  • Vorkultur: Frühsorten Februar bis Anfang Juni, Lagerkraut Ende März bis Anfang April > Direktsaat ab April/Mai
  • Ernte nach 14-21 Wochen
  • Ertrag: Frühkraut 2,5 kg/m2, bis 4 kg/m2

Wirsing

  • var.sabauda
  • Vorkultur Februar bis Ende Mai
  • Direktsaat ab April
  • Vorkultur Winterwirsing: Juni
  • Auspflanzen Winterwirsing: Juni/Juli
  • Ernte nach 8-20 Wochen (frostharte Sorten auch im Winter)
  • Wintersorten überstehen bis -15 °C
  • Ertrag: Frühkraut 2,5, bis 4 kg/m2

Kopfkohl und andere Kohlgemüse spielen im Selbst­ versorgergarten tragende Rollen. Kraut und Rüben waren und sind als Sauerkraut oder Rübenkraut das Wintergemüse schlechthin und damit der wichtigste Vitamin-C-Lieferant über den Winter. Die Hitzeflücht­linge gedeihen vor allem in Regionen sehr gut, die im Sommer nicht zu heiß sind, in Mittelgebirgslagen fühlen sie sich daher besonders wohl. Viele Sorten werden sehr groß und eignen sich eher für den Feldanbau als für den Anbau im Hausgarten. Der krause Wirsing heißt auch Welschkohl, in Österreich einfach nur Kohl und in Ostösterreich „Koch". In Deutschland heißt Weißkraut Weißkohl und Rotkraut Rotkohl. Wer noch keine gute Bodenfruchtbarkeit hat, baut die anspruchsloseren Frühsorten an.

Anbau

Weißkraut, Rotkraut und Wirsing werden zu unter­schiedlichen Zeiten ausgesät, sonst unterscheiden sich Anbau und Ansprüche kaum. Wichtig ist eine Sortenwahl entsprechend dem Anbauzeitpunkt. Frühkraut kann bereits ab Ende Jänner gesät werden und ist dann im Mai/Anfang Juni erntereif. Lagerkraut und Einschneidesorten werden erst Ende März/Anfang April gesät und reifen im Oktober/Anfang November. Sie müssen vor den ersten starken Frösten geerntet werden, die Köpfe selbst dürfen keinen Frostschaden erleiden. Frühkraut bevorzugt mittelschwere, Lagerkraut eher schwere Böden; jedenfalls verlangt Kopfkohl tiefgründige, humose Böden mit einem guten Wasserhaltevermögen. Der Boden muss vor dem Setzen tief gelockert werden. Weißkraut kann sowohl direkt gesät als auch vorgezogen werden. In der Regel ist eine Vor­ kultur für Frühkraut jedenfalls sinnvoll. Winterwirsing wird später gesät und dann im Juni/Juli ausgepflanzt. Er soll etwa faustgroß in den Winter gehen und ist dann im Januar/Februar direkt am Beet beerntbar.

Jungpflanzenanzucht

Erste Aussaat (für Frühkraut) ab Ende Jänner. Die Samen keimen bereits bei 2 °C, optimale Keimtempe­ratur: 20 °C. Die Pflanzen im Keimblattstadium pikieren und kühler stellen (12-14 °C), ab März auspflanzen. Lagersorten und Einschneidesorten werden deutlich später ausgesät: ab Anfang April in Vorkultur oder gleich direkt ins Freiland (Vorkultur ca. 4 Wochen). Vor dem Auspflanzen abhärten. Keinesfalls überständige Jungpflanzen (maximal 4 Laubblätter) setzen, sie nei­ gen zur Schosserbildung.

Auspflanzen

Die Pflanzabstände richten sich nach der Größe der Köpfe, Frühsorten sind in der Regel kleiner, hier reichen Abstände von 50 x 50 cm. Lagersorten und Einschnei­dekraut: Abstände 70 x 70 cm.

Temperaturansprüche

Kohlgewächse gedeihen im gemäßigten Klima sehr gut. Weiß- und Rotkraut gedeihen in den Hanglagen der Mittelgebirge (550-1200 m) und kühleren Regio­nen besonders gut. Die kühlen, taubringenden Nächte üben auf seine Entwicklung einen sehr günstigen Ein­fluss aus. Zudem wachsen die Pflanzen nicht so rasch und bilden feinere und zartere Blätter aus, was vor allem für Sauerkraut sehr wichtig ist. Der lockere Wir­sing hat auch in vielen Mittelmeerländern eine lange Anbautradition und ist hier ein typisches Herbst- und Wintergemüse.

Düngung

Kopfkohle sind die Starkzehrer schlechthin. Vor allem Sorten mit einer langen Reifedauer können große Mengen an Nährstoffen umsetzen und in den Blät­tern speichern. Das Beet vor dem Setzen der Pflanzen gut mit Kompost (3-5 kg/m2) oder mit kompostiertem Mist versorgen. Die Pflanzen einige Wochen nach dem Setzen und bevor die Kopfbildung einsetzt nochmals mit Pflanzenjauche düngen.

Wasserbedarf

Kopfkohle haben einen sehr hohen Wasserbedarf und gedeihen nur bei ausreichender Wasserversorgung gut. Daher sind viele Landsorten auch in Gebieten mit höheren Jahresniederschlägen entstanden. Den größ­ten Wasserbedarf haben die Pflanzen nach Einsetzen der Kopfbildung im Juli und August. Ohne Bewäs­serungsmöglichkeit können Kopfkohle nur auf sehr speicherfähigen Böden angebaut werden. Plötzliche hohe Wassergabe (oder auch Starkregen) nach länge­ren Trockenperioden können ausgebildete Köpfe leicht zum Aufspringen bringen.

Pflege

Wer gesunde Kohlpflanzen ohne größeren Aufwand ernten will, baut die Pflanzen am besten unter einem Kulturschutznetz an. Kopfkohle benötigen einen gut belüfteten Boden, daher regelmäßig den Boden lockern (bis August) und idealerweise mulchen. Vor der Kopfbildung fördert ein Anhäufeln der Pflanzen das Wurzel- und damit das Pflanzenwachstum.

Fruchtfolge und Mischkultur

Fruchtfolge: Alle Kohlgemüse sind Starkzehrer. Gerade im Bio-Landbau ist es ratsam, sie auf einem Beet anzu­ bauen, auf dem vorher eine Winterbegrünung (Hülsen­ früchte pur oder mit Getreide gemischt) gewachsen ist. Kohlgewächse sind dann krankheitsanfällig, wenn der Anteil von Kreuzblütlern in der Fruchtfolge über 30 °/o ausmacht und der Boden einen niedrigen pH-Wert hat. Dann kommt es leicht zu Problemen mit Kohlhernie.

Kohlgewächse dürfen frühestens wieder nach 3 Jahren auf demselben Beet angebaut werden. Sind Krankhei­ ten aufgetreten (die über den Boden in den Folgejahren die Pflanzen infizieren), erst wieder nach 5-6 Jahren. Wer gerne und viel Kohlgemüse im Garten anbaut, wählt keinen Gelbsenf als Gründüngung. Kopfkohle haben einen guten Vorfruchtwert für die nachfolgen­ de Kultur, sie hinterlassen einen gut durchwurzelten Boden. Gute Vorfrüchte für Kopfkohl sind Gemüse aus der Familie der Hülsenfrüchte oder eine Gründüngung.

Pflanzengesundheit

Kohlgewächse sind einem großen Krankheits- und Schädlingsdruck ausgesetzt. Wer die empfohlenen Anbaupausen einhält, die Pflanzen nicht mit frischem Mist düngt und gesundes Saatgut verwendet, wird allerdings kaum Probleme mit Pflanzenkrankheiten haben.

Ein Kulturschutznetz oder geeignete Nach­barpflanzen halten viele Schädlinge ab: Da sowohl Paradeiser als auch Kopfkohle Starkzehrer sind und Paradeiser Schädlinge von den Krautpflanzen abhalten, ist dies eine ideale Mischkultur (sofern nicht mit Kul­turschutznetzen gearbeitet wird). Randbepflanzungen mit Lavendel halten Schädlinge ab, etwa zwischen die Reihen gesetzte Ysop-, Blattsellerie- und Borretsch­pflanzen. Die ausgegeizten Triebe der Paradeiser halten, als Mulch aufgebracht, ebenfalls Schädlinge ab.

Eine samenbürtige Pilzkrankheit ist der Erreger der sogenannten „Umfallkrankheit" (Phoma Un­ garn}. Bereits die jungen Pflanzen können absterben, aber auch ein späterer Befall ist möglich. Bei engen Fruchtfolgen kann Kohlhernie auftreten; sie wird von einem Schleimpilz verursacht, der das Wurzelsystem zu Wucherungen anregt. Je früher die Infektion erfolgt, desto größer ist der Schaden. Vorbeugung: kalken (bei einem pH-Wert über 7 hat der Pilz keine Chance). Wenn Kohlhernie aufgetreten ist, sollte eine Anbaupause von 7 Jahren eingehalten werden.

Relativ häufig tritt die Kohlfliege [Delia radicum) auf. Sie ähnelt der Stubenfliege und legt ihre Eier an den Wurzelhals der Jungpflanzen, wenige Tage darauf schlüpfen die Maden, die in kurzer Zeit das Wurzel­ system so schädigen, dass die Pflanzen welken und absterben. Vorbeugung: keinen frischen Mist aus- bringen, Fruchtfolge einhalten, Jungpflanzen, die im Freien stehen, und ausgepflanzte Jungpflanzen unter ein dichtes Kulturschutznetz (Maschenweite < 2 mm) setzen, für ein rasches Anwachsen der Pflanzen sorgen (wenn nötig beregnen).

An allen Kohlgewächsen können Erdflöhe massive Schäden anrichten. Die Schäden sind im Mai und bei trockenem Wetter (hier kann es zu einem Massenbefall kommen) am größten. Die 1,5-3 mm kleinen und glän­zenden Tiere sind keine echten Flöhe, sondern Käfer, sie fressen rundliche Löcher in die Blätter. Die Jungkäfer können zudem Krankheiten übertragen. Vorbeugend: für ein schnelles Wachstum sorgen, die Beete gut lockern, die Pflanzen feucht halten und idealerweise mit Kulturschutznetzen abdecken (Maschenweite bis 0,8 mm). Direkte Behandlung: Pyrethin-Präparate (mit Zusatz von Kaliseife). Allerdings kann es sein, dass rasch neue Erdflöhe zufliegen.

Starke Fraßsehäden können der Kleine Kohlweißling (Pieris ropac) und der Große Kohlweißling {Pi er is brassicae) anrichten. Vorbeugend: Nützlinge (Schlupf­wespen) fördern durch Hecken und Raine, rechtzeitig (= bereits im Mai) Kulturschutznetz (Maschenweite bis 5 mm) aufbringen und gut befestigen. Behandlung mit biologischen Pflanzenschutzmitteln auf der Basis von Bacillus-thuringiensis-Präparaten (gemischt mit 1-prozentiger Zuckergabe). Auch alle anderen Schäd­ linge lassen sich durch ein Kulturschutznetz abhal­ ten, wie Kohldrehherzmücke, Kohlmotte, Kohleule(Hauptschaden ab August/September). Aber auch wenn ein Kulturschutznetz verwendet wird, muss mindestens einmal wöchentlich kontrolliert werden, da die Eier der Schädlinge bereits an den Jungpflanzen abgelegt wor­den sein können oder die Kulturschutznetze undicht sein können. Raupen händisch absammeln. Vorbeu­ gend gegen die Kohldrehherzmücke: keine Pflanzung zwischen Juni und Mitte Juli.

Ernte und Lagerung

Frühe Kohlsorten müssen, wenn sie erntereif sind, ziemlich rasch geerntet werden, sonst platzen die Köp­ fe auf (vor allem, wenn es in dieser Zeit viel regnet). Die meisten Herbst- und Wintersorten sind robuster und können auch einige Wochen erntereif auf dem Beet bleiben. Rotkraut hat meist eine längere Kulturdauer als Weißkraut und ist nicht so lange lagerfähig wie dieses. Frühe Kohlsorten sind ab Anfang Juni erntereif. Später gepflanzter Kopfkohl reift zwischen Juli und Oktober. Weißkraut für die Verarbeitung zu Sauerkraut wird im September und Oktober geerntet und eingeschnitten.

Kopfkohl, der gelagert werden soll, bleibt am besten so lange wie möglich auf dem Feld und wird erst kurz vor dem ersten Frost geerntet. Dann die Pflanzen samt Strunk aus der Erde ziehen und die Wurzeln grob von Erde befreien (so entstehen keine Verletzungen, und die Köpfe bleiben im Lager leichter gesund). Wenn die Köpfe ohne Strunk gelagert werden, nur einschichtig in Obstkisten legen.

Kopfkohl als Balkongemüse

Kopfkohle eignen sich nicht als Balkongemüse, sehr wohl aber für Hochbeete.

Sortenvielfalt

Bei Weißkraut unterscheidet man Frühkraut, lager­ fähige Sorten und Einschneidesorten (für die Sauer­krautherstellung). Viele ältere Sorten sind sowohl lagerfähig als auch für die Sauerkrautherstellung gut geeignet. Die Kulturdauer von Frühkraut beträgt 50-60 Tage, von Lager- und Einschneidesorten 120Tage. Wei­ tere Unterscheidungskriterien sind die Kopfform, die Ausprägung der Rippen (fein bis grob), die Farbigkeit des Blattes (von hellgrün über türkis nach blau-grün und rot-grün) und der Umstand, ob das Blatt bereift ist oder nicht. Die frühen Rotkrautsorten haben ein weicheres Blatt und sind nicht so dunkel wie spätreife Sorten, deren Blätter zudem stärker bereift sind.

Wirsing hat stark gekrauste Blätter, die äußeren sind dunkler als die inneren, bedeckten Blätter. Viele Namen in verschiedenen Sprachen weisen auf Italien als Ursprungsland des Wirsings hin, so heißt er auf Spanisch „Col de Milan", auf Englisch „Savoy Cabba­ge", im Deutschen ist auch die Bezeichnung „Welsch­ kohl" verbreitet. Die Blätter werden als Suppeneinlage oder Gemüsebeilage genutzt und sind ein geschätztes Herbst- oder Wintergemüse. Wirsing enthält beson­ ders viele Mineralstoffe. Die Blätter eignen sich sehr gut zum Füllen, da sie weicher sind als die Blätter von Weißkraut. Hellblättrige sind milder als dunkelgrüne Kohlsorten. Sommerwirsing heißt auch Butterkohl und hat lockere, leichte Köpfe, Lagerwirsing bildet größere und schwerere Köpfe. Die Wintersorten können Tem­peraturen bis -15 °C im Freien überstehen.


Ampfer

Ampfer

  • Rumex sp.- Knöterichgewächse
  • mehrjährige Gemüsepflanze
  • Direktsaat März bis Juni oder August > Ernte im zeitigen Frühjahr oder bei
  • Rückschnitt über die ganze Gartensaison > einfach zu kultivierendes Blattgemüse
  • Ertrag: 0,5 und 2,5 kg/m2
  • Fremdbefruchtung
  • Samen 2-3 Jahre keimfähig

Ampfer zählen zum ersten frischen Blattgrün im Garten. Auch wenn Ampfer im Vergleich zu Gar­tenspinat weniger ertragreich ist - die fein säuerlichen Blätter sind ein belebendes Frühlings­ gemüse, und Ampferblätter treten in einem er­ staunlich großen Formen- und Farbenspiel in Erscheinung. Alle Ampferarten sind mehrjährig und können meist bereits ab Anfang April, einige Arten bis in den Herbst hineinbeerntet werden. Alle Arten sind im Garten unkompliziert zu kulti­vieren.

Anbau

Aussaat in Reihen oder als Horstsaat von März bis Juni. Alle Arten sind mehrjährig und können im Frühling oder Herbst auch vegetativ vermehrt werden.

Jungpflanzenanzucht

Die Vorkultur von Ampfer ist möglich. Ampferarten sind Lichtkeimer, daher nur schwach mit Erde bedecken.

Auspflanzen

Die kleinwüchsigen Arten Schildampfer, Blutampfer, Gartensauerampfer und Zwergsauerampfer werden auf 25 x 15-30 cm gesetzt; alle anderen Arten in einem Reihenabstand von 30-40 cm aussäen oder pflanzen. Der Gemüseampfer breitet sich im Beet stark aus, hier sind die großen Reihenabstände besonders wichtig. Ampfer lässt sich auch sehr gut treiben. Dazu die Pflanzen ausgraben und in ein Mistbeet oder Früh­beet setzen.

Temperaturansprüche

Ampfer hat geringe Temperaturansprüche und gedeiht in kühleren Regionen und im Berggebiet sehr gut. Im Halbschatten bleiben die Blätter längerzart, allerdings ist im Schatten der Gehalt an Oxalsäure höher, und die Blätter schmecken saurer.

Düngung und Wasserbedarf

Die Nährstoffansprüche von Ampfer sind unterschied­lich. Schildampfer braucht im Gartenboden keine eigene Düngung. Der Rispen-Sauerampfer hat den höchs­ten Nährstoffbedarf (vergleichbar mit Spinat). Bei den Arten, die mehrmals beerntet werden können, fördert eine Gabe verdünnter Pflanzenjauche den Neuaustrieb. Alle Ampferarten bevorzugen feuchte Standorte und wollen bei ausbleibendem Regen regelmäßig gegossen werden.

Pflege

Wer auch später im Jahr frische Blätter ernten will, muss die Pflanzen 3- bis 4-mal im Jahr zurückschnei­den, die Herzblätter dabei stehen lassen. Durch ein Aus­ brechen der Blütentriebe wird der Blattertrag gefördert (nur beim Schildampfer zahlt sich dies nicht aus). Die Beete 2- bis 3-mal jährlich lockern. Die Pflanzen alle 4 Jahre teilen, versetzen und die übrigen Pflanzen z.B. verschenken.

Fruchtfolge und Mischkultur

Nach 3 Jahren auf einen neuen Standort umsetzen.

Pflanzengesundheit

Ampfer ist in der Regel eine gesunde Gartenpflanze. Eine Pilzkrankheit, die auftreten kann, ist die Blatt­ fleckenkrankheit (Cercospora sp.). Schadbild: rund­liche, grau-braune, später schwarz-braune Flecken. Behandlung: Da der Pilz samenbürtig ist, befalle­ ne Pflanzen entfernen und kein Saatgut gewinnen. Auch der Falsche Mehltau und Rostpilze können auftreten. Hier kann ein Standortwechsel Abhilfe schaffen. Als tierische Schädlinge sind der Ampfer-Blatt­käfer (Gastroidea viridula) und verschiedene Blattlaus­ arten zu nennen. Der Ampfer-Blattkäfer ist ein kleiner, goldgrüner Käfer, dessen Larven in kleinen Beständen mit ihrem Lochfraß massive Schäden anrichten kön­ nen. Die Käfer fliegen nur über kurze Strecken, so dass ein Befall sich nicht schnell ausdehnt, dafür kommt es auf kleinen Flächen rasch zu einer Massenvermeh­ rung. Behandlung: Käfer einsammeln, Neem-Präparate spritzen.

Ernte und Lagerung

Die Ernte beginnt, wenn die Pflanzen 4-5 Blätter haben, also 2-3 Monate nach einer Frühjahrsaussaat. In den vollen Ertrag kommen Ampferpflanzen nach 2-3 Jahren, dann hält der Ertrag für 3-4 Jahre an. Wichtig ist, dass die Blätter einzeln gepflückt und nicht mit einem Messer geschnitten werden (dabei werden auch die jungen Herzblätter und damit der Nachwuchs für die nächste Ernte mitgeschnitten). Die zarten Blät­ ter des Ampfers werden am besten frisch verwendet. Die kleinen und festen Blätter des Schildampfers sind am längsten haltbar.

Ampfer als Balkongemüse

Schildampfer und Gemüseampfer können auch gut in Gefäßen kultiviert werden. Bei den großblättrigen Ampferarten ist dies nicht empfehlenswert. Beim Gemüseampfer die Stiele ausbrechen, damit die Kraft in die Blätter geht.

Artenvielfalt

Es gibt einige verschiedene Arten, die sich in der Wuchsform des Blattes, im Geschmack und in der Ernteperiode unterscheiden. Viele Ampferarten sind alte Kulturpflanzen der Gärten oder Wildpflanzen, die bereits seit Jahrhunderten besammelt werden.
Der Römische Sauerampfer oder Schildampfer (/?. scutotus) schmeckt fein säuerlich, hat kleine, pfeilförmige Blätter und kann von April bis November beerntet werden. Der Garten-Sauerampfer (ft rugosus) ist die Kulturform des Sauerampfers, er schmeckt säu­erlich, wird bis zu 1 m hoch, blüht von Mai bis Juni und bevorzugt nährstoffreiche Böden. Der Gemüseampfer oder Ewige Spinat (ft patientia) ist die ertragreichste Ampferart und bildet große Blätter, die nicht säuerlich schmecken und nur im Frühjahr beerntet werden kön­nen. Bei mildem Klima ist auch im Winter eine Ernte möglich. Gemüseampfer wird bis zu 1,5 m hoch und blüht von Juli bis August. Der Rispen-Sauerampfer (ft thyrsiflorus) kommt in Österreich auch wild als Neophyt vor. Auch er schmeckt säuerlich und ist ohne Rückschnitt ganzjährig beerntbar. Der Rispen-Sauer­ ampfer erreicht eine Höhe von bis zu 1 m, allerdings sind die Blätter zarter als die Blätter des Gemüse­ ampfers. Er blüht von Juni bis Juli. Der gewöhnliche Sauerampfer (ft acetosa) kann als Wildgemüse beerntet oder im Garten wie Gemüseamp­ fer kultiviert werden. Der Blutampfer (ft sanguineus) hat wunderschöne, blutrot geaderte Blätter und schmeckt nicht sauer. Die jungen, rohen Blätter sind eine feine und attraktive Salatbeigabe.


Eiskraut/Kristallkraut

Eiskraut/Kristallkraut

  • Mesembryanthemum crystallinum - Eiskrautgewächse
  • wärmebedürftig
  • Aussaat Anfang April bis Mai
  • Blüte Mai bis Oktober
  • Ernte ab Ende Juni und je nach Beerntung bis zur Blüte bzw. bis in den Herbst > Fremdbefruchtung
  • Samen 4-5 Jahre keimfähig
  • Ertrag 0,2-0,4 kg/m2

Zugegeben: Das Eiskraut ist etwas für Freaks und kein Gemüse, das man in Selbstversorgergärten ständig zu Gesicht bekommt - zumal die Pflanze, anders, als ihr Name suggeriert, viel, viel Wärme braucht und sehr frostempfindlich ist. Doch die kristallähnlich ausse­ henden Saftzellen, die ihre Blätter und Stiele überzie­hen, verleihen der Pflanze eine bizarre Blattstruktur, und Eiskraut schmeckt salzig-säuerlich, knackig und erfrischend. Die Pflanzen werden 20-25 cm hoch, die dickfleischigen Blätter des Eiskrauts können 8-14 cm groß werden. Am besten schmeckt Eiskraut fein geschnitten mit anderen Blattsalaten, zum Dippen oder zu Räucherfisch. Ein Anbau im Freiland ist im Weinbauklima möglich, sonst nur im Gewächshaus oder im Topf, jedenfalls in der vollen Sonne. Eiskraut wird ab Anfang April vorgezogen: dazu die Aussaaterde mit etwas Sand mischen, flach aussäen und warm stellen. Die Jungpflanzen sparsam gießen und nicht überstän­ dig werden lassen. Sonst -> Neuseeländerspinat. Die Pflanzen können ab Mitte Mai, in kühleren Regionen ab Ende Mai ausgepflanzt werden. Reihenab­stand 30 cm, in der Reihe 20 cm. Eine Vliesabdeckung in den ersten Wochen fördert das Wachstum. Behut­sam auspflanzen.

Eiskraut ist ein Schwachzehrer, doch bildet es in gut mit Kompost versorgten Böden deutlich mehr Blatt­ masse. Auch die einmalige Gabe einer Pflanzenjauche (z.B. Brennnessel) fördert die Blattbildung. Sparsam gießen. Bei Anbau auf gut wasser­ speichernden (keinesfalls auf nassen) Böden, bildet Eiskraut mehr Blätter. Ab Ende Juni/Anfang Juli kön­nen, ähnlich wie beim Neuseeländerspinat, laufend die Triebspitzen beerntet werden. Die Pflanze bildet keine beerntbaren Blätter mehr, sobald die Blütenbildung einsetzt. Diese lässt sich durch eine regelmäßige, scho­nende Ernte, rundherum an der ganzen Pflanze, recht lange (oft bis in den Herbst) hinauszögern.

 


Neuseeländerspinat

  • Tetragonia tetragonioides - Eiskraut­gewächse
  • Aussaat bei Vorkultur: Ende März/Anfang April
  • Direktsaat ab Mitte bis Ende April
  • lange Keimdauer
  • idealer Sommerspinat
  • laufend beerntbar
  • Selbstbefruchtung
  • Samen 4-5 Jahre keimfähig Ertrag: 0,5-1 kg/m2

Der Neuseeländerspinat wächst auch bei Hitze im Sommer, wenn gerade kein Gartenspinat geerntet werden kann. 2-3 Pflanzen decken den Spinatbe­ darf einer ganzen Familie - eine Pflanze ergibt mindestens 1 kg frischen Spinat. Die Pflanzen sind in ihrer Heimat ausdauernd, bei uns werden sie einjährig kultiviert. Sie verzweigen sich reichlich und wachsen niederliegend oder aufrecht mit bis zu 1 m hohen Sprossen.

Anbau

Neuseeländerspinat kann direkt ins Freiland gesät oder vorgezogen werden. Direktsaat ab Mitte/Ende April, die Keimdauer beträgt 3-4 Wochen, die Säm­ linge erscheinen somit erst nach den Eisheiligen. Eine Vliesabdeckung beschleunigt Keimung und Wachs­ tum. In Regionen mit Spätfrostgefahr nach Mitte Mai entsprechend später aussäen oder vorkultivieren. Die Pflanzen wachsen in den ersten Wochen sehr langsam, breiten sich aber später mächtig aus. Neuseeländer­spinat kann sich in warmen Regionen auch selbst aus­ säen. Die Pflanzen gedeihen im Halbschatten.

Jungpflanzenanzucht und Auspflanzen

Neuseeländerspinat kann ab Ende März/Anfang April in Töpfe gesät und vorgetrieben werden. Das Saatgut 24 Stunden vorquellen. Anschließend bei 24-28 °C warm stellen und gut feucht halten. Entspitzen wäh­ rend der Anzucht fördert die Triebentwicklung. Aus­ pflanzen der gut entwickelten (und abgehärteten) Pflanzen ab Mitte Mai. Pflanzabstand 40 x 40-60 cm.

Temperaturansprüche

Die Pflanzen sind frostempfindlich und gedeihen am besten auf wärmeren Standorten. Bei kühler Witterung stellen sie das Wachstum fast ein.

Düngung und Wasserbedarf

Der Neuseeländerspinat ist ein Schwachzehrer. Wenn die Pflanzen häufig beerntet werden sollen, fördert eine Gabe Brennnesseljauche jeweils nach dem Schnitt den neuen Durchtrieb. Als ehemalige Küstenpflanze ist Neuseeländerspinat dankbar für eine hohe Luft­ feuchtigkeit, daher gedeiht er in Gewächshäusern und in Regionen mit feuchter Luft besonders gut. Wenn regelmäßig geerntet werden soll, braucht er eine gute Wasserversorgung.

Pflege

Aufgrund der langsamen Jugendentwicklung in den ersten 5-7 Wochen regelmäßig hacken und von Unkräutern frei halten. Die Pflanzen müssen regel­ mäßig (alle 1-2 Wochen) beerntet werden, damit neue Triebe mit zarten Blättern nachwachsen: die Triebspitzen mit 3-5 Blättern abschneiden.

Fruchtfolge und Mischkultur

Wegen seiner langsamen Jugendentwicklung kann der Platz zwischen den Reihen gut mit dem Pflanzen von Salat, Radieschen oder auch gewöhnlichem Spinat oder einer raschwüchsigen Gründüngung ausgenutzt werden.

Pflanzengesundheit

Vereinzelt treten Blattläuse auf, die das Gurkenmosaikvirus übertragen können.

Ernte und Lagerung

Wenn wenig geschnitten wird, werden Blätter und Triebe hart. Erste Ernten bei vorgezogenen Pflanzen Ende Juni, sonst Mitte Juli. Fortlaufende Ernte bis zum ersten Frost. Wenn die Pflanzen im Eierbst mit einem Vlies geschützt werden, können sie bis weit in den Oktober hinein beerntet werden. Die jungen Blätter schmecken auch sehr gut, wenn sie, frisch in feine Streifen geschnitten, in einen Salat gemischt werden.

Neuseeländerspinat als Balkongemüse

Neuseeländerspinat lässt sich problemlos als Kübel­pflanze kultivieren.

Sorten

In Europa sind kaum Sorten bekannt. Eine Ausnahme ist die Sorte .Roter' (Eigenname) mit roten Stängeln und Blättern mit rotem Rand.